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2. Fußball-Bundesliga - Kölner Kult-Team

"Blauhemd" Lienen macht euphorisch

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Der erfolgreichste Angriff, die sicherste Abwehr, die meisten Siege, die wenigsten Niederlagen und die meisten Zuschauer: der 1. FC Köln ist in der 2. Fußball-Bundesliga in jeder Beziehung Spitze. Der neue Kultverein vom Rhein hat mit der Halbzeitmeisterschaft eine ungewöhnliche Aufstiegs-Euphorie in der Karnevalshochburg ausgelöst.

Die Fans feiern vor allem Trainer Ewald Lienen (Foto). Dessen Glücksbringer, ein blaues Oberhemd, ist zu einem begehrten Markenartikel geworden. Lienen selbst stimmte nicht in die "kollektiven Feierlichkeiten" ein. "Mit 40 Punkten steigt man nicht auf. Wir haben oft starke Moral bewiesen. Dabei muss es auch in Rückrunde bleiben", forderte der FC-Coach seine Spieler nach dem 4:1 gegen Energie Cottbus zu nicht nachlassender Konzentration auf.

Kapitän Lottner: Nie so schöne Weihnachten gehabt

Der klare Erfolg im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten war die Krönung einer tollen Vorrunde mit nur einer Niederlage bei Borussia Mönchengladbach. 36 500 Zuschauer schraubten die Gesamtbilanz auf imponierende 252 000 Besucher in neun Heimspielen. "Wir haben noch nie so schöne Weihnachten gehabt und werden den Urlaub nutzen, um uns zu regenerieren", sagte Kölns Kapitän Dirk Lottner.

Mit zwei Toren gegen Cottbus schloss er in der Torschützenliste zu dem führenden Trio Rainer Krieg (Karlsruher SC), Gustav Policella (Mainz 05) und Achim Weber (VfL Bochum) auf. Jeder traf elf Mal. Cottbus-Trainer Eduard Geyer haderte zwar mit seinem Torhüter Piplica, war aber mit Platz zwei mehr als zufrieden: "Mit 31 Punkten können wir gut leben. An einigen Positionen müssen wir aber noch arbeiten."

Cottbus und Nürnberg überwintern mit Aufstiegshoffnung

Als drittes Team überwintert der 1. FC Nürnberg (27) auf einem Aufstiegsplatz. Der "Club" kann sein Punktekonto am Montag auf dem Gladbacher Bökelberg noch erhöhen. Diese Chance verpasste Tennis Borussia Berlin (26) mit dem enttäuschenden 0:0 gegen den Chemnitzer FC.

"Toni"-lose Fortuna läßt auch Punkte in Offenbach

Im ersten Spiel nach dem spektakulären Halbzeit- Rauswurf von Trainer Harald "Toni" Schumacher verlor Fortuna Köln mit 3:4 bei Kickers Offenbach. In einem dramatischen Spiel war Ex- Nationalspieler Binz mit drei Toren Match-Winner für die Hessen. Den Siegtreffer erzielte er Sekunden vor dem Abpfiff.

Damit blieb die Fortuna zum zehnten Mal in Serie sieglos. Die Offenbacher übergaben die "Rote Laterne" an den Karlsruher SC, dessen Partie bei den Stuttgarter Kickers ausfiel. Bei Rot-Weiß Oberhausen fallen frohe Weihnachten aus. Das Ristic-Team verlor mit dem 2:2 gegen den FC St. Pauli wichtige Punkte. Mit Fortuna Köln, Offenbach und Karlsruhe verbringt RWO die Festtage auf den Abstiegsplätzen.

Statistik

In den bisherigen 148 Spielen der Vorrunde zückten die Schiedsrichter 18 Mal die Rote Karte. 413 Treffer entsprechen einem Schnitt von 2,79 Toren pro Begegnung. Fünf Mal griffen die Vereinsbosse zur Notbremse Trainerwechsel. Vor der Schumacher- Entlassung wechselten Borussia Mönchengladbach (Hans Meyer für Rainer Bonhof), der Karlsruher SC (Joachim Löw für Rainer Ulrich), Kickers Offenbach (Peter Neururer für Hans-Jürgen Boysen) und der VfL Bochum (Bernard Dietz für Ernst Middendorp) die Trainer. Die ausgefallenen Partien Bochum - Hannover, Greuther Fürth - Aachen, Stuttgart - Karlsruhe und Oberhausen - Karlsruhe sollen noch vor dem offiziellen Wiederbeginn der Rückrunde (11. bis 14. Februar) nachgeholt werden.

Peter Hübner, dpa - Foto: Archiv

Geändert am 19. Dezember 1999 18:02 von to
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