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Alpines Weekend mit Überraschung
Schifferer besiegt sein eigenes Trauma

Das alpine Wochenende:

Stürze und Überraschungen

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Heimlicher König vom Wolkenstein: Ghedina

St. Moritz - Slalom-Olympiasiegerin Hilde Gerg als Abfahrts- Dritte und die große Außenseiterin Petra Haltmayr als Achte im Super- G hielten zum Abschluss der alpinen Weltcup-Tage von St. Moritz die deutschen Fahnen hoch.

Dagegen verpasste im italienischen Grödner Tal Lokalmatador Kristian Ghedina die große Chance, innerhalb von 24 Stunden zwei Mal den Abfahrts-Klassiker auf der Saslong zu gewinnen und damit das Kunststück von Franz Klammer von 1976 zu wiederholen. Dennoch wurde er mit dem zweiten Platz hinter dem Österreicher Andreas Schifferer zum heimlichen König von Wolkenstein.

Am Sonntag kassierte Österreichs Ski-As Hermann Maier durch den Franzosen Joel Chenal die erste Riesenslalom-Niederlage des Winters.

Haltmayr: Mit Druck geht nix

Die 24-jährige Haltmayr aus Rettenberg stahl mit dem besten Weltcup-Resultat ihrer Karriere den arrivierten Stars auf der "Corviglia" die Schau. "Ich hab mich nicht unter Druck gesetzt. Wenn ich das mache, geht gar nichts", bekannte Haltmayr. Auch Martina Ertl konnte ihren kleinen Aufwärtstrend als Zehnte fortsetzen. Die Lenggrieserin Hilde Gerg, die in dieser Saison mit drei zweiten Plätzen bisher Beste des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) war, musste am Sonntag mit dem 14. Rang zufrieden sein.

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Super-G-Freude auf dem Podium

Auf das Podium fuhren beim dritten Super-G der Saison aber andere - allerdings nicht minder überraschend. Karen Putzer aus Italien holte sich vor ihrer Landsfrau Alessandra Merlin und der Französin Regine Cavagnoud ihren ersten Weltcup-Sieg.

Am Samstag siegte die Schwedin Pernilla Wiberg in der Abfahrt erstmals seit fast einem Jahr wieder vor der Österreicherin Renate Götschl und Gerg.

Damentrainer ziehen positives Resumee

Bundestrainer Wolfgang Maier sprach an seinem 39. Geburtstag dennoch von einem "positiven Resumee. Wir sind in beiden Abfahrtsrennen auf das Podium gefahren". Sein Team sei "mit dem "großen Druck des Versagens in den technischen Disziplinen" hierher gekommen und habe diesem standgehalten. Vor allem für Haltmayr und Ertl wirkten die Resultate wie eine Befreiung. Schwer haben die vergangenen Wochen am Nervenkostüm der deutschen Ski-Frauen gezehrt. "Wir hatten schon alles versucht. Auch ohne jeden Druck zu fahren. Jetzt hat es halt geklappt", meinte Ertl.

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Silvia Berger: Gefährlicher Luftkurs

Ob Ertl und ihre Mannschaftkollegin Hilde Gerg zwischen den Jahren im mittlerweile ungeliebten Riesenslalom und Slalom im österreichischen Lienz (28./29. Dezember) an den Start geschickt werden, steht noch nicht fest. Ein dreitägiges Mini-Trainingslager zu Beginn der Woche soll darüber Aufschluss geben. Dagegen endete auf dem schweren WM-Hang von 2003 für vier Läuferinnen die Saison auf Grund von schweren Stürzen.

Bei Kristine Kristiansen (Norwegen), der Schweizerin Sylviane Berthod, Österreichs Silvia Berger und zuvor schon bei Kroatiens Nachwuchsstar Janica Kostelic als Führende im Weltcup wurden Kreuzband-Verletzungen festgestellt.

Glücklos - die deutschen Männer in Italien

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Maier: Nicht unbesiegbar

Wenig Glück hatten auch die deutschen Männer in Italien. Zwar konnte bei Stefan Stankalla (Partenkirchen) nach seinem Sturz bei der Abfahrt am Freitag mit einer leichten Gehirnerschütterung weitgehend Entwarnung gegeben werden. Aber in der Abfahrt mit Platz 36 durch Max Rauffer (Leitzachtal) und auch im Riesenslalom lief es nicht sonderlich gut. Markus Eberle (Kleinwalsertal) schied auf dem schweren Hang nach einer mäßigen Zwischenzeit ebenso aus wie Alois Vogl (Lohberg), der sich nach seiner Herabstufung in den Europacup rehabilitieren wollte.

Dass aber ausgerechnet Schifferer den vor Selbstbewusstsein nur so strotzenden Ghedina auf dessen Heimstrecke am zwölften Abfahrtsieg würde hindern können, war kaum zu erwarten. Die Platzierungen des Winters waren für seine Verhältnisse alles andere als berauschend. "Das ich Ghedina auf seiner Heimstrecke und Hermann schlagen konnte, dass erfüllt mich mit Stolz", meinte Schifferer, der seinen siebten Abfahrtssieg feierte.

Mathias Schneider und David Assinger, dpa

Geändert am 19. Dezember 1999 17:14 von to
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