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Pressesprecher und Vermarkter entlassenSchumacher mit neuem UmfeldDruck von Ferrari - Freispruch für Weber - "Gerechtigkeit"Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen haben rund drei Wochen nach dem Formel-1-Finale überraschend ihr Umfeld für die nächste Saison neu organisiert. Ohne jede Vorwarnung und angeblich auf Druck von Ferrari wurde Schumachers Pressesprecher Heiner Buchinger nach fünfjähriger Zusammenarbeit am Mittwoch mit sofortiger Wirkung entlassen. Am gleichen Tag wurde bekannt, dass sich Frentzen nach nur zwölf Monaten von seinem Vermarkter Werner Heinz trennt. Grund zur Freude hatte Schumi-Manager Willi Weber, der nach fast zweijährigem Rechtsstreit um Provisionsanteile in Millionenhöhe vor dem Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) "einen Freispruch auf der ganzen Linie" feierte und Kläger Burkhard Nuppeney "keinen Pfennig" zahlen muss. Weber bestätigte dem Sport-Informations-Dienst (sid) auch die Trennung vom Schumacher-Pressechef. "Die Zusammenarbeit mit Heiner Buchinger wird zum Jahresende beendet", sagte der Manager. Nähere Angaben über den Grund wollte Weber nicht machen. "Dazu muss Michael selbst Stellung nehmen", sagte der Manager, der aber einräumte, dass es zuletzt Probleme in der Zusammenarbeit mit Ferrari gab. In der Heimat präsenter als in Ferrari-LandDie Nachfolge des 44-jährigen Buchinger wird Sabine Kehm antreten. Die Motorjournalistin war lange Zeit Redakteurin bei der Tageszeitung Die Welt, bevor sie in diesem Jahr zur Süddeutschen Zeitung wechselte. Buchinger arbeitete seit dem 1. Januar 1995 als Schumachers persönlicher Medien-Mann und galt als enger Vertrauter. Der ehemalige Journalist war direkter Angestellter des Kerpeners und nicht von dessen Manager. Das Ferrari-Team hat offenbar geärgert, dass Schumacher in den Medien in seiner Heimat deutlich präsenter ist als im Ferrari-Land Italien. Nach kritischen Schumacher-Äußerungen zuletzt in Stuttgart ("Es ist kein Geheimnis, dass ich nicht allzu traurig darüber bin, dass Eddie Irvine nicht Weltmeister geworden ist") hatte es in Italien wütende Reaktionen der Presse gegeben. Daraufhin verfügte Ferrari-Boss Luca di Montezemolo, dass Schumachers Äußerungen künftig mit dem Team abgesprochen werden müssten. "Es kann nicht sein, dass Schumacher in Deutschland spricht und Italien erfährt nichts", wetterte der Ferrari-Chef. Scheidung nach Hauskrach im Lager FrentzenZur Scheidung nach einem Hauskrach kam es auch im Lager von Heinz-Harald Frentzen, der in kommende Saison nicht mehr mit dem renommierten Vermarkter Werner Heinz aus Trier zusammenarbeiten wird. "Heinz-Harald Frentzen hat die Option auf die Verlängerung unseres Vertrages nicht wahrgenommen", sagte Heinz. Frentzen und sein Umfeld mit Berater Ortwin Podlech haben offenbar Bedenken wegen der Konkurrenz durch Formel-1-Einsteiger Nick Heidfeld, der wie Frentzen aus Mönchengladbach kommt. "Herr Podlech hat mir gesagt, dass die Entscheidung mit Heidfeld zu tun hat", meinte Heinz. Formel-3.000-Europameister Heidfeld, der in der kommenden Saison für Prost-Peugeot in der Königsklasse fahren wird, steht ebenfalls bei Werner Heinz unter Vertrag, der mit seiner Agentur unter anderem Fußball-Profi Oliver Bierhoff, Box-Idol Henry Maske, Skisprung-Star Sven Hannawald und Schlagersänger Guildo Horn berät. Juristisches Erfolgserlebnis für Schumacher-ManagerEin juristisches Erfolgserlebnis verbuchte Schumacher-Manager Weber. Im Rechtsstreit um die Einnahmen des Formel-1-Stars hatte Kläger Burkhard Nuppeney fünf Millionen Mark von dem Schwaben gefordert, Weber 500.000 angeboten. Der OLG-Senat hatte in einer früheren Verhandlung eine Zahlung des Managers in Höhe von einer Million vorgeschlagen. Der Manager muss dem Journalisten nun gar nichts aus der Vermarktung des Formel-1-Superstars nachzahlen. Nuppeney und Weber hatten sich am 23. Oktober 1988 vertraglich jeweils zehn Prozent der Provisionsanteile an dem damals vielversprechenden Nachwuchspiloten Michael Schumacher gesichert. Der Manager behauptet, den Vertrag bereits im Oktober 1990 mündlich und kurz darauf schriftlich gekündigt zu haben. Sein Prozessgegner bestritt dies und ging von der weiteren Gültigkeit des Abkommens aus. "Verfahren war absolut unterhalb der Gürtellinie""Ich glaube wieder an Gerechtigkeit. Ich bin glücklich über das Urteil und darüber, dass jetzt alles vorbei ist", sagte Weber. Der Schumacher-Manager behält sich allerdings seinerseits rechtliche Schritte gegen den Kläger vor: "Dieses Verfahren war absolut unterhalb der Gürtellinie. Ich überlege mit meinen Anwälten, ob ich wegen übler Nachrede und Verleumdung vorgehen soll." Nuppeney kann allerdings innerhalb eines Monats gegen die OLG-Entscheidung Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegen. Martin Würthwein, der Vorsitzende Richter des 20. Zivilsenats des OLG, sagte bei der Urteilsverkündung, man gehe davon aus, dass es zur Vertragsaufhebung zwischen den beiden Parteien gekommen sei: "Der Kläger hat fast sieben Jahre lang seine Ansprüche nicht geltend gemacht." Von Ralf Loweg, sid
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| Geändert am 24. November 1999 20:28 von aj | ||||