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DEL: Hitziges Derby zwischen Frankfurt und KasselZach: Schläger wurde als Waffe benutztMünchen - Als Retorten-Team wurden sie belächelt, als Titel-Aspirant werden sie plötzlich gefürchtet: Die München Barons drängen auf den Thron in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Beim Tabellenführer Kölner Haie triumphierten die "Barone" am Sonntag nach Penaltyschießen 1:0, schoben sich als Dritter bis auf acht Punkte an die Haie heran und haben bei vier Spielen Rückstand auf Köln die Tabellenspitze fest im Visier.
Doch Gedanken an das Münchner Meisterjahr 1994 sind im neu geschaffenen Team des US-Milliardärs Philip F. Anschütz tabu. "Der Weg ist lang. Wir bleiben auf dem Boden - fest, mit beiden Beinen", versprach Trainer Sean Simpson und bremste die hohen Erwartungen: "Unser Ziel ist und bleibt die Qualifikation für die Playoffs." Konkurrenz hat RespektMünchen mauert, aber die Konkurrenz weiß es besser. "Wenn die Münchner einmal führen, ist das Spiel kaum noch umzudrehen", sagte Frankfurts Co-Trainer Peter Obresa, nachdem er mit den Lions am Freitag 1:3 in München verloren hatte. Zwar haben die Barons von den besten acht Teams am zweitwenigsten Treffer erzielt (67), dafür haben sie aber die zweitbeste Abwehr der Liga (55). Das Geheimnis des Erfolges erklärt Manager Max Fedra: "Jeder tut einen Schritt mehr als nötig wäre." Zuschauer honorieren den Höhenflug nichtNur die Zuschauer honorieren den Höhenflug der "Barone" nicht. Gegen Frankfurt pilgerten trotz echten Eishockey-Wetters nur 2.100 Fans in die Halle. In Köln erlebten die Münchner Spieler dann, vor einer größeren Kulisse zu spielen. 13.155 Besucher kamen in die Kölnarena und sahen, wie die Haie es nicht schafften, nach 60 torlosen Minuten wenigstens einen Penalty zu verwerten. Peter Douris verwandelte den entscheidenden Penalty für die Bayern. Haie verloren erneut nach Penalty-SchießenSeit Einführung der Bundesliga 1958 war es die neunte Nullnummer - an den drei letzten torlosen Remis waren die Haie beteiligt. Die Haie und der Penalty-Horror: Der siebenmalige deutsche Meister verlor zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen den Showdown nach der regulären Spielzeit. In der Saison war es bereits die fünfte Pleite im sechsten Penaltyschießen. "Das steckt in den Köpfen drin. Wir werden jetzt die Penalties verstärkt trainieren", sagte Trainer Lance Nethery. Obresa: Ein ganz normales SpielNach dem emotionsgeladenen Hessen-Derby zwischen den Frankfurt Lions und den Kassels Huskies (5:2) rastete Kassels Coach Hans Zach aus. "Die haben beide den Stock als Waffe benutzt", brach es nach der siebten Kasseler Derby-Pleite in Serie aus dem "Alpen-Vulkan" heraus. Zach verwies auf Robin Doyle und Chris Snell und drohte: "Ich werde mir das Video anschauen und überlegen, ob ich weitere Schritte einleite." Für Frankfurts Obresa war es ein "normales Eishockey-Spiel". Fliegende Fäuste in FrankfurtAber ein hartes: Schiedsrichter Axel Rademaker (Krefeld) verhängte 28 Strafminuten gegen Frankfurt und 20 gegen Kassel. Hinzu kamen jeweils zehn Minuten Disziplinarstrafe sowie jeweils eine Matchstrafe. Minutenlang waren die Fäuste geflogen, als sich der Frankfurter Doug Kirton und Kassels Sylvain Turgeon einen Boxkampf lieferten. Von Jörg Kottmeier, sid - Foto: dpa
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| Geändert am 22. November 1999 16:18 von sab | |||||||