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Flucht der Eltern zu Ende:

Krebskranker Mukarim wird behandelt

13 Monate alter Junge in Beiruter Klinik - Vater verhaftet

Beirut/Augsburg - Die Flucht der Eltern des krebskranken Mukarim Emil ist offenbar zu Ende. Wie die libanesischen Behörden am Dienstag mitteilten, wurde der Vater des 13 Monate alten Jungen auf Grund eines internationalen Haftbefehls in Beirut festgenommen. Seine 23-jährige Frau und das Kind seien in einem Beiruter Krankenhaus. Das Kind, das an einem Augentumor leidet, werde dort behandelt. Die Staatsanwaltschaft Augsburg kündigte an, einen Auslieferungsantrag zu stellen. Mukarims Eltern gehören einem islamischen Orden an und hatten sich geweigert, ihren Sohn operieren zu lassen.

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Foto vom 10. März 1999: Lamia Märzke (22) trägt, begleitet von ihrem 26jährigen Mann Sven (r. mit Kopfbedeckung), ihren damals sieben Monate alten Sohn Mukarim Emil in die Augenklinik des Universitätsklinikums in Essen

Der Leitende Oberstaatsanwalt, Reinhard Nemetz, sagte: "Wir schauen jetzt, dass wir alle her bekommen." Er sei "guter Hoffnung", dass die Eltern ausgeliefert würden, da sich die libanesischen Behörden bisher korrekt verhalten hätten. In Deutschland drohe dem Paar eine Anklage wegen zweifacher Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht. Da die Eltern mit ihrer Flucht in Kauf genommen hätten, dass sich der Gesundheitszustand ihres Kindes verschlechtern könnte, wiege ihr Vergehen besonders schwer. Daher könnten ihnen bis zu zehn Jahre Haft drohen, erklärte Nemetz.

Ohne Therapie tödlich

Das Paar war am 24. April zusammen mit dem kleinen Mukarim Emil zum zweiten Mal aus Deutschland geflüchtet. Bereits im Februar hatten sich die Eltern mit ihrem Kind nach Zypern abgesetzt, waren aber zurückgekehrt, nachdem die Behörden versichert hatten, einen Haftbefehl nicht zu vollstrecken. Danach war der Junge in einer Essener Klinik untersucht worden. Der behandelnde Arzt betonte, die Heilungschancen bei dieser Krebsart seien sehr gut, wenn der Tumor rechtzeitig behandelt werde. Ohne Therapie führe er jedoch unweigerlich zum Tode. Die englischsprachige libanesische Zeitung "Daily Star" schrieb, das Paar sei mit dem Jungen im September nach Libanon eingereist, um das kranke Kind von einem Wunderheiler behandeln zu lassen.

AP - Foto: Archiv

Geändert am 5. Oktober 1999 16:14 von aj
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