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Nach der Absage: Michael Schumacher wehrt sich

"Ein Start wäre zu gefährlich"

Mugello - Michael Schumacher kämpft um seinen Ruf. Ruhig und gefasst verteidigte der zweimalige Formel-1-Weltmeister seine Entscheidung, trotz der Starterlaubnis der Ärzte in dieser Saison kein Rennen mehr zu fahren.

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"Ich bin doch der Einzige, der wirklich beurteilen kann wie meine körperliche Verfassung ist. Es macht für mich absolut keinen Sinn, für ein Team zu fahren, wenn man weniger zu bieten hat als der Ersatzfahrer. Deshalb war mein Startverzicht die einzige vernünftige Entscheidung", erklärte der Kerpener auf einer Pressekonferenz in Mugello.

Mit Tests dem Team helfen

Die vernichtende Kritik aus dem Ferrari-Land, er würde eigene Interessen über die seines Arbeitgebers stellen, weil er nicht den "Wasserträger" für seinen Teamkollegen Eddie Irvine spielen wolle, wies Schumacher als unbegründet zurück: "Ich drücke mich nicht vor der Verantwortung. Das zeigt schon, dass ich zu Testfahrten nach Mugello gekommen bin, um das Auto weiterzuentwickeln und Ferrari und Irvine damit im Kampf um den WM-Titel zu helfen." Der Nordire liegt vor den letzten beiden Saisonrennen in Malaysia (17, Oktober) und Japan (31. Oktober) in der WM-Wertung nur zwei Punkte hinter Weltmeister Mika Häkkinen (60:62).

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Keinen Unfall riskieren

Als Privatmann behindere ihn die Verletzung nicht mehr, sagte Schumacher. Als Rennfahrer jedoch könne er knapp drei Monate nach seinem schweren Unfall in Silverstone, bei dem er einen Bruch des rechten Schien- und Wadenbeins erlitt, längst noch nicht seine gewohnte Leistung bringen. "Wenn ich zurückkomme, will ich Rennen gewinnen, aber das kann ich derzeit leider noch nicht. Aus diesem Grund wäre ein Start viel zu gefährlich. Ich würde nur einen weiteren Unfall riskieren und damit die nächste Saison gefährden", sagte der Kerpener.

Keine Probleme mit der Ferrari-Führung

Dass die Formel-1-Ehe mit Ferrari durch die lange Pause einen Knacks bekommen habe, wie Italiens Presse festgestellt haben will, entspricht laut Schumacher nicht den Tatsachen: "Von außen könnte man das vielleicht denken, aber das ist wirklich nicht wahr. Ich habe täglich Kontakt mit Rennleiter Jean Todt und Präsident Luca di Montezemolo. Sie haben völliges Verständnis für meinen Entschluss. Sie wissen, dass ich nichts tun würde, was dem Team schadet."

Verständnis für enttäuschte Italiener

Für die Medien-Schelte der Tifosi, die ihn als Verräter an den Pranger stellen, zeigt Schumacher sogar Verständnis: "Ich verstehe die Leute gut, die jetzt enttäuscht sind, mir geht es genau so. Ich bin aber noch nicht so weit, die Kondition fehlt noch. Wenn ich die Entzündung im Knie loswerden will, muss ich mein Trainingsprogramm umstellen."

Von Ralf Loweg, sid - Fotos: AP

Geändert am 5. Oktober 1999 16:50 von sab
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