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Zweite Liga ist in dieser Saison erstklassig besetzt

Motto: Aufstieg um jeden Preis

Die Zweite Fußball-Bundesliga ist so erstklassig besetzt wie noch nie: 14 ehemalige Bundesligisten, allen voran die die drei Erstliga-Absteiger 1. FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach und VfL Bochum, gehen ab Freitag in die neue Saison im "Unterhaus". Lediglich der FSV Mainz 05, die SpVgg Greuther Fürth, Energie Cottbus und Aufsteiger Chemnitzer FC gehörten noch nie zur Eliteliga.

Star in der 2. Liga: Nürnbergs Torwart Andreas Köpke.

Dorthin will der 1. FC Nürnberg so schnell wie möglich wieder zurückkehren. Der "Club", den es in der Vorsaison erst am letzten Spieltag erwischt hatte, lässt sich das Unternehmen Wiederaufstieg die Zweitliga-Rekordsumme von 35 Millionen Mark kosten. "Für uns gab es zwei Möglichkeiten: entweder den großen Schnitt oder das Risiko. Wir haben uns für die zweite Möglichkeit entschieden", erklärte Nürnbergs Präsident Michael A. Roth.

Nürnberg: Bernd Hobsch soll Pavel Kuka ersetzen

Die Lücken, die die namhaften Abgänge Michael Wiesinger (Bayern München), Frank Baumann (Werder Bremen), Sasa Ciric (Tennis Borussia Berlin), Heiko Gerber und Pavel Kuka (beide VfB Stuttgart) hinterlassen haben, sollen unter anderem die bundesliga-erfahrenen Bernd Hobsch (1860 München) und Marcus Feinbier (Wattenscheid 09) schließen. Als Kapitän soll der frühere Nationaltorwart Andreas Köpke das Team führen, der sich die Fortsetzung seiner Karriere lange überlegt hat. "Aber mir war klar, dass ich so nicht aufhören kann", sagte Köpke.

1. FC Nürnberg ist zum Erfolg verdammt

Durch das hohe finanzielle Risiko sind die Franken zum Erfolg verdammt. Und auch die Fans (25.000 pro Spiel werden erwartet) müssen mit Erstliga-Preisen ihren Anteil leisten.

Er soll´s richten: Borussen-Trainer Rainer
Bonhof will zurück in die Elite-Liga.

Auch Borussia Mönchengladbach setzt auf die Treue der Anhänger (schon 8.500 Dauerkarten), die die neuformierte Mannschaft unterstützen sollen. Der personelle Aderlass bei der Borussia war noch größer als beim "Club". In Patrik Andersson (Bayern München), Sebastian Deisler (Hertha BSC Berlin), Jörgen Pettersson (1. FC Kaiserslautern), Markus Feldhoff (VfL Wolfsburg), Martin Schneider (MSV Duisburg), Stefan Paßlack (1860 München), Karlheinz Pflipsen (Panathinaikos Athen) und Torhüter Robert Enke (Benfica Lissabon) verließen gleich acht Spieler den Verein.

Polster bleibt der Borussia treu

Trainer Rainer Bonhof will nun um Publikumsliebling Toni Polster, Rückkehrer Peter Nielsen und Torjäger Arie van Lent, der für 2,3 Millionen Mark aus Fürth kam, ein schlagkräftiges Team aufbauen. "Unser Ziel ist es, in unserer Jubliäumssaison wieder in der Bundesliga zu spielen", sagte Bonhof. Die Borussia wird im nächsten Jahr 100 Jahre alt. "Es wird zwar schwer, weil alle gegen uns besonders ehrgeizig sein werden. Aber dieser Herausforderung müssen wir uns stellen", erklärte der Weltmeister von 1974.

Außenseiter: Trainer Ullrich und der KSC.

Auch für Bochums Präsident Werner Altegoer gibt es in diesem Jahr nur ein Ziel. "Es zählt ausschließlich der Wiederaufstieg, weil in Zukunft noch mehr als bisher die Musik in der ersten Liga spielt, was das Geld angeht", sagte Altegoer, der nach dem Abschied von Klaus Toppmöller Ernst Middendorp als neuen Trainer holte. Der frühere Bielefelder Coach setzt auf zweitliga-erfahrene Neuzugänge wie Matthias Lust (SpVgg Unterhaching) und Achim Weber (Rot-Weiß Oberhausen), um beispielsweise Tomasz Waldoch (Schalke 04), Kai Michalke (Hertha BSC Berlin) oder Europameister Stefan Kuntz (Karriereende) zu ersetzen.

TeBe hat erneut aufgerüstet

Der große Herausforderer für das Absteiger-Trio kommt aus der Hauptstadt. Tennis Borussia Berlin investierte allein 11,5 Millionen Mark in die Neuzugänge Sasa Ciric, Andreas Hilfiker (beide 1. FC Nürnberg), Uwe Rösler (1. FC Kaiserslautern), Abderrahim Ouakili (1860 München), Jan Suchoparek (Racing Straßburg) und Ansgar Brinkmann (Eintracht Frankurt). "Der Aufstieg ist unser absolutes Ziel. Es bedarf aber noch einiger Feinabstimmung in der Mannschaft", meinte Trainer Winnie Schäfer.

RWO-Coach Ristic tippt auf den 1. FC Köln

Für Oberhausens Coach Aleksandar Ristic, der zum Auftakt am Samstag im Müngersdorfer Stadion gastiert, zählt der 1. FC Köln zu den großen Favoriten. FC-Coach Ewald Lienen: "Ich habe mich nie an solchen Spekulationen beteiligt, und ich werde das auch weiter nicht tun. Natürlich wollen wir in die Bundesliga zurück und das möglichst schnell. Das ist genauso logisch wie banal." Den Job in Köln bezeichnet Lienen als "große Herausforderung": "Der 1. FC ist ein schlafender Riese."

Von Thomas Straka, sid - Fotos: Archiv

Geändert am 12. August 1999 13:26 von sab
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