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Die Pläne der Sportfest-Macher:Große Meetings bald ohne DopingsünderZürich - Linford Christie gedopt, Javier Sotomayor ertappt, Dennis Mitchell gesperrt: Die Häufung der Schlagzeilen über Dopingsünder vor der Leichtathletik-WM in Sevilla ruft die Meeting-Macher auf den Plan. Lange genug haben sie den Verbänden Sanktionen gegen die Betrüger in den kurzen Hosen allein überlassen. Nun wollen sie Athleten nach Verbüßung der Zwei-Jahres-Sperren dort treffen, wo es am meisten schmerzt: Am Geldbeutel.
"Wir müssen etwas unternehmen. Bei unserer Tagung vor der WM in Sevilla schlage ich vor, dass alle Athleten, die ab dem Jahr 2000 Dopingstrafen erhalten, künftig zu den großen europäischen Sportfesten nicht mehr eingeladen werden", sagt Svein-Arne Hansen, Präsident der Euro-Meeting-Vereinigung. Nach Vorstellung des Osloer Sportfest-Direktors sollen alle Sportfeste der Golden League und des europäischen Grand Prix eingebunden werden. Dies wären rund 90 Prozent der lukrativen Meetings weltweit. Hansen: "Ob die Übersee-Veranstalter sich anschließen, bleibt abzuwarten." Hansen rennt offene Türen einMit seinem Plan rennt der Skandinavier derzeit im Leichtathletik-Zirkus auf verschiedensten Ebenen offene Türen ein. Auch Prof. Arne Ljungqvist, Chef der Medizinischen Kommission und der Anti-Doping-Kommission im Weltverband, hat dem laut Hansen begeistert zugestimmt. Etliche Meeting-Chefs haben Unterstützung für den Plan signalisiert, Dopingsündern Verdienstmöglichkeiten entscheidend einzuengen. "Eine ganz gute Idee. Das hilft vielleicht mit abzuschrecken. Veranstalter, die sich nicht daran halten, müssen dann zur Not aus der Euro-Meeting-Organisation ausgeschlossen werden", sagt Zürich-Boss Res Bruegger zum Vorschlag des Osloer Briefmarken-Händlers. Leichtathletik-Chef Digel: "Das könnte hilfreich sein."
Prof. Helmut Digel, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und Council-Mitglied des Weltverbandes IAAF, steht dem Meeting-Bann für Doper ebenfalls positiv gegenüber: "Das könnte hilfreich sein. Wir fordern ja schon lange, dass Veranstalter nicht jeden dubiosen Athleten einladen, sondern sich erst die Startpässe zeigen lassen, in denen die Trainingskontrollen vermerkt ist." 5.000-m-Olympiasieger Dieter Baumann kann Hansens Initiative ebenfalls Einiges abgewinnen: "Ein guter Schritt. Von mir aus könnte man den Kreis der Athleten auf alle erweitern, die in der Vergangenheit ein Dopingproblem hatten." Auf viele Sportler verzichtenDoch da müssten die Veranstalter auf zu Viele verzichten. In einigen Disziplinen wie dem Kugelstoßen der Männer ist ein Teil der Elite wie Weltrekordler Randy Barnes (USA) auf dem Abstellgleis. Auch im Hürdensprint der Frauen gehören Etliche zum Kreis jener WM-Teilnehmer, die eine Sperre hinter sich haben. Von Gerd Holzbach, sid - Fotos: dpa
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| Geändert am 11. August 1999 16:08 von ahappe | ||||||||||