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Schalke: Im Pokal weiter, aber noch Sand im Getriebe

Millionen-Elf musste lange zittern

Saarbrücken - Der tiefschwarze Himmel und ein heftiges Unwetter bildeten den passenden Hintergrund für die triste Leistung von "Königsblau": Einzig das Ergebnis gab beim glücklichen 1:0 (1:0)-Erfolg von Schalke 04 im DFB-Pokal bei Regionalligist 1. FC Saarbrücken Anlass zur Zufriedenheit.

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Viel Arbeit gab´s in Saarbrücken auch
für Abwehrspieler Johan de Kock (re.).

Ansonsten machte die schwache Leistung des selbsternannten Meisterschaftsanwärters fünf Tage vor dem Start in die Fußball-Bundesliga gegen Arminia Bielefeld überdeutlich, dass auch Investitionen von 25 Millionen Mark den Erfolg nicht garantieren.

"Es hat bei uns insgesamt nicht gestimmt", gab Kapitän Olaf Thon offen zu. "Es war ein einziger Kampf. Wir haben die Saarbrücker so oft unbedrängt vor unser Tor kommen lassen, dass ich nie das Gefühl hatte, wir würden locker gewinnen. Wir mussten bis zum Schluß zittern, und in der Verlängerung hätte ich kein gutes Gefühl gehabt."

Lichtblick: Libero Thon

Der umsichtige Libero überzeugte als einziger Schalker und bereitete mit einem Eckstoß auch den Siegtreffer durch den dänischen Neuzugang Ebbe Sand vor (21.). Ansonsten aber konnten sich die Gäste bei den kampfstarken Saarbrückern bedanken, die trotz drückender Feldüberlegenheit nach der Pause das Tore schießen vergaßen. Keiner widersprach daher der Analyse von FCS-Trainer Klaus Toppmöller: "Heute hat nicht der Bessere, sondern der Glücklichere gewonnen."

Lediglich die kämpferische Einstellung war zufriedenstellend beim Uefa-Cup-Sieger von 1997, im Spielaufbau lief hingegen so gut wie gar nichts zusammen. "Dass es so schlimm wird, hätte ich auch nicht erwartet. Wir haben nicht gut gespielt, nur gekämpft, und sind eine Runde weiter. Insofern müssen wir zufrieden sein und das Spiel schnell vergessen", sagte Trainer Huub Stevens.

Noch viel Arbeit für Trainer Stevens

Dem Niederländer bleibt angesichts der hochgesteckten Erwartungshaltung von Manager Rudi Assauer ("Platz eins bis sechs") allerdings noch viel Arbeit. "Das war sicher nicht das Gelbe vom Ei", meinte auch Assauer, der dennoch ein überraschend positives Fazit der Dienstreise ins Saarland zog: "Wenn man nicht so gut spielt wie erwartet und gewinnt solche Dinger 1:0, gibt das einen Riesenschub für das nächste Spiel."

Saarbrücken will in die 2. Liga

Immerhin vermieden die Schalker zwei Jahre nach der Niederlage bei Eintracht Trier eine erneute Pokalpleite gegen einen Drittligisten und konnten sich zumindest vom Ergebnis deutlich gegenüber dem 1:3 Ende Juli im Testspiel in Saarbrücken steigern. "Vielleicht lagen unsere Probleme auch daran, dass Saarbrücken eine gute Mannschaft hat. Die werden um den Aufstieg in die zweite Liga spielen, von daher muss man hier erstmal gewinnen", sagte Thon.

In der Tat will der Traditionsklub mit dem Ex-Bochumer Toppmöller und einem Etat von 7,5 Millionen Mark langfristig sogar wieder zurück ins Oberhaus. "Wir sind vor sieben Wochen hier angetreten, um die Fans wieder zurück zu holen. Jetzt müssen wir uns auf die Meisterschaft konzentrieren", erklärte Toppmöller.

Von Martin Volkmar, sid - Foto: dpa

Geändert am 10. August 1999 12:27 von sab
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