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Zuviel Stress: Feldkamp hört in Istanbul auf

"König Kalli" will kein Trainer mehr sein

Istanbul - Kalli Feldkamps Intermezzo bei Besiktas Istanbul ist beendet. In einer Pressekonferenz erklärten der 65 Jahre alte Fußball-Lehrer und Süleyman Seba, Präsident des türkischen Erstligisten, dass der bis Sommer 2000 laufende Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst wurde.

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Die Gesundheit geht vor:
Kalli Feldkamp wird Rentner.

Feldkamp, der aus gesundheitlichen Gründen sein Traineramt niedergelegt hatte, wird dem Verein nun auch nicht mehr wie angeboten als Berater zur Verfügung stehen.

Vor der Bekanntgabe der Trennung war eine Abstimmung im Präsidium 3:7 gegen Feldkamp ausgefallen. Der 65-Jährige war erst im März diesen Jahres bei Besiktas nach vierjähriger Pause wieder ins Trainergeschäft eingestiegen, hatte zuletzt allerdings Herz-Kreislauf-Probleme bekommen. "Der Stress in Istanbul hat mich krank gemacht", erklärte Feldkamp, der ohne Abfindung vom Bosporus scheidet, auf der Pressekonferenz. Er kehrt jetzt mit seiner Frau Helma nach Deutschland zurück.

Turbulenzen im Besiktas-Vorstand

Mit der Trennung von Feldkamp, der auf eine Abfindung verzichtet hat und lediglich das bisher erhaltene Gehalt von 500.000 Mark mitnimmt, wurde bei Besiktas eine Palast-Revolution verhindert. Präsident Seba hatte Feldkamp gestützt und wollte ihn als Berater behalten, "weil er der richtige Mann ist". Doch die übrigen Vorstandsmitglieder fordern den kompletten Verzicht auf die Dienste des 65 Jahre alten Trainer-"Fuchses" und drohten bei einer Weiterbeschäftigung Feldkamps mit ihrem Rücktritt. "Er oder wir", lautet das Ultimatum der Präsidiumsmitglieder in einem offiziellen Schreiben an den Vereinschef.

"Gesundheit steht im Vordergrund"

Feldkamp sah die Zerreißprobe beim türkischen Vizemeister um seine Person mit "Ruhe und Gelassenheit". "Für mich stehen meine Frau und meine Gesundheit im Mittelpunkt", erklärte der Fußball-Lehrer.

"König Kalli" hatte in der letzten Woche angekündigt, daß er nach 28 erfolgreichen Jahren aus gesundheitlichen Gründen als Trainer in Pension gehen werde, nachdem ihn seine Ärzte vor dauerhaftem Stress als Chefcoach gewarnt hatten.

Auch Co-Trainer Briegel will gehen

Mit dem Abschied von Feldkamp ist die Krise beim zehnmaligen türkischen Meister aber noch nicht behoben. Zwar erklärte Seba, dass bis zur Verpflichtung eines neuen Technischen Direktors der frühere Kaiserslauterer Hans-Peter Briegel die Mannschaft betreuen soll. Der Co-Trainer hatte allerdings schon angekündigt, sein Amt zur Verfügung stellen zu wollen, falls Feldkamp nicht als Berater weiter für Besiktas arbeiten werde. "Kalli und ich sind ein Team. Wenn er nicht als Berater bleibt, werde ich auch gehen", erklärte der 72malige Nationalspieler und Europameister von 1980.

Die "Walz aus der Pfalz" sieht bei Besiktas kaum Chancen auf den Posten des Cheftrainers. Wie aus Istanbul verlautet, soll Morten Olsen die Feldkamp-Nachfolge antreten. Der 102malige dänische Nationalspieler und frühere Bundesliga-Profi des 1. FC Köln soll jedoch im Januar 2000 dänischer Nationaltrainer werden. Zur Zeit ist der 49 Jahre alte Olsen arbeitslos. Im Frühjahr war er bei Ajax Amsterdam beurlaubt worden.

Zukunft der deutschen Profis weiter offen

Ob die von Feldkamp an den Bosporus geholten Bundesliga-Profis Thomas Hengen und Oliver Schäfer in Istanbul bleiben, ist noch nicht entschieden. Der ehemalige Münchner, Leverkusener und Kölner Markus Münch (zuletzt FC Genua 93) will dagegen seinen Kontrakt bei Besiktas erfüllen.

Nach dem K.o. in der Qualifikation zur Champions League gegen Hapoel Haifa/Israel (1:1 und 0:0) und dem Fehlstart in die türkische Meisterschaft am vergangenen Sonntag mit der 0:1-Pleite bei Genclerbirligi gingen die Besiktas-Fans auf die Barrikaden. Nach der Ankunft in Istanbul musste die Mannschaft von der Polizei vor den eigenen Anhängern geschützt werden.

Von Joachim Neußer, sid - Foto: dpa

Geändert am 10. August 1999 12:41 von sab
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