|
|
UI-Cup: Zweimal Unentschieden für deutsche TeamsEmmerlings Patzer kann Millionen kostenDuisburg/Trabzon - Das deutsche Endspiel im "Strohhalm-Wettbewerb" UI-Cup droht zu platzen: Während der Hamburger SV nach dem 2:2 (0:0) bei Trabzonspor gute Chance besitzt, in die Finalpartien einzuziehen, steht der MSV Duisburg aufgrund des 1:1 (1:1) daheim gegen den SC Montpellier mit dem Rücken zur Wand. Im UI-Cup-Finale wird ein Uefa-Cup-Platz ausgespielt.
HSV-Trainer Frank Pagelsdorf ist seinem beim Amtsantritt 1997 im Dreijahreskonzept festgeschriebenen Ziel näher gekommen, den hanseatischen Traditionsklub spätestens in der laufenden Saison auf die europäische Fußball-Bühne zurückzubringen. Dem Coach eröffnet sich nach dem Unentschieden beim sechsmaligen türkischen Meister aber auch eine neue personelle Variante. Cardoso überzeugteDer Argentinier Rodolfo Esteban Cardoso nutzte in der "Hölle von Trabzon" die Gunst der Stunde. "Ich werde um meine Chance beim HSV kämpfen. Ich will wieder einen Platz in der Mannschaft", hatte der nicht gerade mit offenen Armen aufgenommene "Heimkehrer" nach den ersten Trainingswochen schon Durchsetzungswillen signalisiert. Nach eineinhalb Jahren im heimatlichen Buenos Aires als Leihgabe bei Estudiantes de la Plata zeigte sich der kleine Ballzauberer gegen die Türken von seiner besten Seite.
Vor dem Rückspiel gegen die Türken am 4. August (17.30 Uhr) in Lübeck, dämpft der HSV-Coach die Euphorie: "Das 2:2 ist eine gute Ausgangsposition, aber nicht mehr. Wir müssen alles dafür tun, damit es in Lübeck auch wirklich ein Heimspiel für uns wird." Eines scheint aber jetzt schon sicher: Die Lübecker Lohmühle wird der "Hölle von Trabzon" nicht viel nachstehen. Die 2.000 in den Verkauf nach Lübeck gegebenen Eintrittskarten waren innerhalb von zwei Stunden verkauft - vornehmlich an türkische Fußballfans. Auch aus Hamburg ist mit einer "türkischen Invasion" zu rechnen. Trainer Funkel nahm den Sündenbock in SchutzDerweil war Stefan Emmerling der Sündenbock beim MSV und wurde von den Zuschauern gnadenlos ausgepfiffen. Doch Friedhelm Funkel nahm seinen Libero trotz seines kapitalen Fehlers zum Ausgleich, der den Verein Millionen kosten kann, in Schutz. "Es ist hart, daß ein Spieler, der sonst zuverlässig spielt, so behandelt wird, man sollte trotz des fatalen Fehlers mehr Vertrauen zu den Spielern haben, sie sind auch nur Menschen", stellte sich der Trainer nach dem Remis gegen Montpellier vor den 33 Jahre alten Libero. "Eine schwarze Stunde in meiner Laufbahn"Der Abwehrchef, in bislang 231 Bundesligaspielen für den 1. FC Kaiserslautern, Wattenscheid 09 und den MSV gestählt, war nach seinem Aussetzer mit den Nerven fix und fertig. "Wenn man so einen schlimmen Bock schießt, würde man sich am liebsten im Boden vergraben. Eine schwärzere Stunde in meiner Laufbahn habe ich nur einmal erlebt, als ich beim 0:4 des MSV gegen Schalke 04 in der Saison 1996/97 an drei Toren mitschuldig war", meinte "Emma. Funkel wechselte den "Unglücksraben" Emmerling gegen Montpellier zur Halbzeit aus, doch für das Rückspiel am 4. August (20.00 Uhr) im WM-Stadion Stade de la Mosson und für die Zukunft hat seine schwache Vorstellung keine Konzequenzen: "Ich halte weiter an Emmerling fest." Von Joachim Neußer und Klaus Müller, sid - Fotos: Reuters, AP
|
|||||||||
| Geändert am 29. Juli 1999 14:50 von sab | ||||||||||