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Schwimm-EM in Istanbul: Goldene Zeiten für den DSVHannah machte von Beginn an TempoIstanbul - Goldene Zeiten am Goldenen Horn: Die deutschen Schwimmer trumpften bei den 24. Europameisterschaften in Istanbul am Donnerstag ganz groß auf.
Die erst 17 Jahre alte Hannah Stockbauer aus Erlangen wurde über 800 m Freistil in 8:33,79 Minuten als Nachfolgerin der Berlinerin Kerstin Kielgaß neue Europameisterin vor Kirsten Vlieghuis (Niederlande/8:35,19) und Jana Henke aus Potsdam (8:37,06). Und über 50 m Rücken der Männer gab es durch den Chemnitzer Stev Theloke und Thomas Rupprath (Neuss) sogar einen deutschen Doppelsieg. Nette Zugabe war noch die Bronzemedaille über 200 m Lagen durch die Leipzigerin Sabine Klemtz (2:16,95), die einen Coup des 15 Jahre alten "Küken" Annika Mehlhorn (Baunatal/2:17,82) gerade noch verhindern konnte. Im Synchronspringen vom Dreimeterbrett der Frauen holten Conny Schmalfuß/Simona Koch (beide Berlin) schließlich Silber.
Stev Theloke setzte nach seiner Goldmedaille vor zwei Tagen über 100 m Rücken noch einen 'drauf. Er schwamm wie entfesselt und unterbot nach einem sensationellen Sprint in 25,66 Sekunden die alte Europabestmarke des Franzosen Franck Schott um fünf Hundertstel. Rupprath schlug nach 25,94 Sekunden als Zweiter an. "Der Rekord über 100 m wäre mir lieber gewesen. Aber bei Gold muß man zufrieden sein, obwohl ich es gerne gemeinsam mit Thomas gewonnen hätte", so Theloke, dem Rupprath "das Gold von Herzen gönnte." An die Taktik gehalten"Jana muß vorne wegschwimmen, im Endspurt hat sie keine Chance. Hannah kann alles mitgehen. Auf jeden Fall schwimmen meine Mädels um die Plätze eins bis drei", hatte Bundestrainer Achim Jedamsky seinen "Marathon"-Frauen über 800 m Freistil als Marschbefehl mitgegegeben. Die 17jährige Hannah Stockbauer, die vor dem Rennen die Europarangliste anführte und jetzt Zweite der Weltrangliste ist, und die acht Jahre ältere Henke hielten sich daran. "Normalerweise komme ich erst immer auf den letzten Bahnen. Diesmal habe ich es ganz anders versucht und von Beginn an Tempo gemacht. Mir war schon vor den letzten 50 Metern klar, daß ich Gold nicht mehr verliere. Meine Eltern zuhause waren nervöser als ich, glaube ich", grüßte die deutsche Meisterin via Bildschirm in die fränkische Heimat.
Gewohntes dagegen auf internationaler Bühne. Alter und neuer Europameister über 200 m Schmetterling wurde Franck Esposito (Frankreich) in 1:57,20 Minuten. Gold über 200 m Brust holte sein Landsmann Stephan Perrot (2:12,46). Im 50-m-Brustfinale der Männer gilt der Essener Mark Warnecke am Freitag als haushoher Gold-Favorit in dieser neuen EM-Disziplin. Der 29 Jahre alte Mediziner, am Dienstag Zweiter auf der doppelten Distanz, erzielte im Vorlauf in 27,63 Sekunden deutschen Rekord und Jahresweltbestzeit und zog mit 27,75 im Halbfinale als Schnellster in den Kampf um die Medaillen ein. Glänzend in Form zeigte sich Stefan Pohl aus Halle/Saale, der über 200 m Freistil in 1:49,73 als viertbester Halbfinalist den Endlauf am Freitag erreichte. Neuer Europarekord durch Inge de BruijnIm Halbfinale über 100 m Schmetterling erzielte Inge de Bruijn (Niederlande) in 58,92 Sekunden einen neuen Europarekord. Sie war um eine Hundertstelsekunde schneller als Johanna Sjöberg (Schweden) am 2. Juli diesen Jahres. Franziska van Almsick als Sechste in 1:00,67 Minuten und Katrin Jäke (Riesa/1:00,75) als Siebte stehen beide im Endlauf. Einen weiteren Europarekord gab es durch Zoe Baker (Großbritannien), die über 50 m in 31,43 Sekunden ihre eigene Marke vom 8. Juli 1999 um neun Hundertstel unterbot. Im Endlauf steht Janne Schäfer (Wolfsburg) nach 32,17 als Halbfinal-Dritte. Van Almsick blickt auf die Lagen-StaffelVan Almsick: "Ich hätte nicht gedacht, daß das noch möglich ist. Ich dachte schon, ab morgen wäre Urlaub. Nun blicke ich sogar noch auf die Lagenstaffel am Sonntag", war die Berlinerin, nach den beiden Siegen mit den Freistil-Staffeln jetzt 13fache Europameisterin, von sich selbst überrascht. Sandra Völker (Hamburg/1:02,70) und Titelverteidigerin Antje Buschschulte (Magdeburg/1:03,16) greifen über 100 m Rücken als Zweite und Vierte des Halbfinals nach Medaillen. Ärger um Trainer Uwe NeumannUnterdessen entwickelt sich bei den Verantwortlichen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) Ärger um den umstrittenen Trainer Uwe Neumann, der am Donnerstag vor laufender Fernsehkamera zugab, daß ihm vom Amtsgericht Dresden seit dem 22. Juli ein Strafbefehl wegen vorsätzlicher Körperverletzung durch Doping an Minderjährigen vorliegt. Der 56jährige betreut in Istanbul ohne Legitimation, aber mit stiller Billigung des DSV vier Schwimmer. DSV-Chef Rüdiger Tretow: "Sein Verhalten ist instinktlos, aber wir haben keine Handhabe gegen ihn, weil er nicht zum DSV gehört." Von Christoph Fischer und Dietmar Fuchs, sid - Fotos: dpa
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| Geändert am 29. Juli 1999 17:43 von sab | |||||||||||||