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EM in Istanbul: Medaillenflut für deutsche SchwimmerVan Almsick brachte das Quartett in FahrtIstanbul - Medaillen-Flut für die deutschen Schwimmer: Das Frauen-Quartett holte in Weltjahresbestzeit das zweite Staffel-Gold, und Stev Theloke (Chemnitz) wurde Europameister über 100 m Rücken. Silber ging an den Essener Mark Warnecke über 100 m Brust und Cathleen Rund (Berlin) über 200 m Rücken.
Das deutsche Team steuert bei den Europameisterschaften in Istanbul weiter mit Macht auf Erfolgskurs. Einen Tag nach dem Triumph der DSV-Frauen über 4 x 100 m Freistil schwammen Franziska van Almsick (Berlin), Silvia Szalai (Frankfurt), Hannah Stockbauer (Erlangen) und Kerstin Kielgaß (Berlin) in 8:01,66 Minuten auch über 4 x 200 m Freistil zum vierten EM-Titel in Folge. Das erste Gold für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) im Wasserspringen sicherten die Dresdener Heiko Meyer und Jan Hempel im Synchronspringen vom Turm. Für den ersten Weltrekord von Istanbul sorgte die Schwedin Anna-Karin Kämmerling mit 26,29 Sekunden über 50 m Schmetterling der Frauen.
Weltrekordhalterin Franziska van Almsick brachte das DSV-Quartett mit einem Kraftakt als Startschwimmerin richtig in Fahrt. Mit 1:59,61 Minuten mußte sie sich zwar mit Platz zwei begnügen, schwamm aber erstmals seit 1998 unter zwei Minuten. "Man kann schon damit zufrieden sein, aber ich wäre gerne noch ein bißchen schneller geschwommen", sagte die 21 Jahre alte Berlinerin. "Es ist schon eine Genugtuung, aber ich will nicht die drittbeste Zeit der Welt, sondern die beste schwimmen." Siliva Szalai brachte das DSV-Quartett dann in Führung. Kerstin Kielgaß, mit 29 Jahren die älteste im Quartett, machte als Schlußschwimmerin wie schon vor einem Jahr beim WM-Gold in Perth alles klar. Mit großem Vorsprung gewann das Quartett vor Schweden (8:07,37) und Rumänien (8:07,75). "Ich bin überrascht über den Vorsprung, den ich hatte. Ich hatte nach dem Reinspringen sofort Wasser in der Brille und bin fast blind geschwommen", wunderte sich Kerstin Kielgaß. Stev Theloke souverän über 100 Meter RückenÜber 100 m Rücken holte sich der Chemnitzer Europarekordhalter Stev Theloke in 55,16 Sekunden souverän den Titel, den angekündigten Europarekord verfehlte er allerdings. "Scheiß Zeit", sagte Soldat Theloke im Ziel, "jetzt habe ich auch noch den Langbahn-Titel, das ist eine sehr große Freude." Steffen Driesen (Wuppertal/Uerdingen - 56,12) kam als Fünfter ins Ziel. Mark Warnecke schwamm über 100 m Brust in 1:01,97 Minuten nur knapp am Titel vorbei und mußte nur dem Italiener Domenico Fioravanti (1:01,34) den Vortritt lassen. Warnecke: "Ich habe mich selbst übertroffen. Ich fühle mich, als ob ich von zwei Bussen überfahren worden bin." Der deutsche Meister Jens Kruppa (Riesa) wurde Vierter. Cathleen Rund mußte sich mit Silber begnügenTitelverteidigerin Cathleen Rund aus Berlin konnte ihr Gold von Sevilla 1997 über 200 m Rücken nicht verteidigen und mußte sich in 2:13,33 Minuten hinter der Französin Roxana Maracineanu (2:11,94) mit Silber begnügen. Die Magdeburgerin Antje Buschschulte wurde Fünfte. Über 50 m Schmetterling belegte Thomas Rupprath (Neuss/24,98) den achten und letzten Platz. Europameister wurde in 23,89 Sekunden der Niederländer Pieter van den Hoogenband.
Einen Tag nach ihrem gemeinsamen Gold-Rennen mit der 4 x 100-m- Freistilstaffel bestanden Titelverteidigerin Sandra Völker (Hamburg) und Franziska van Almsick (Berlin) über 100 m Freistil ihre ersten Einzelstarts erfolgreich. Beide überstanden Vorlauf und Halbfinale und kämpfen nun an diesem Mittwoch um die Medaillen. "Dann geht die EM für mich erst richtig los", so Sandra Völker, die im Halbfinale mit 55,56 Sekunden die schnellste Zeit vorlegte. Nachdem die deutschen Wasserspringer zweimal hauchdünn am Titel vorbeigesprungen waren, erlösten die beiden Dresdener Heiko Meyer und Jan Hempel das erfolgsverwöhnte Team am Dienstag mit der Titelverteidigung mit 320,46 Punkten im Synchron-Springen vom 10-m- Turm. "Das war eine schwere Geburt, aber ohne große Wehen", sagte der 22 Jahre alte Meyer, der am Samstag bereits die Silbermedaille im Einzel-Turmspringen gewonnen hatte. Vom ersten Sprung weg gab das Duo die Führung nicht wieder ab. Zweite wurden die Russen Igor Lukaschin und Wladimir Timschinin (318,39). Bereits 1997 in Sevilla hatte Jan Hempel zusammen mit Michael Kühne den Synchron-Titel gewonnen. Von Richard Janssen und Cai Philippsen, dpa - Fotos: dpa
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| Geändert am 27. Juli 1999 18:20 von sab | |||||||||||||