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Bayern München: Gelungener Einstand für Roque Santa Cruz"Das erste Tor macht vieles leichter"Luzern - Erstes Spiel, erstes Tor - besser kann es zum Einstand nicht laufen. Kein Wunder also, daß Roque Santa Cruz am Tag nach dem 4:1-Sieg von Bayern München im Testspiel gegen den Schweizer Nationalligaklub FC Aarau prächtiger Laune war.
"Schön, daß es gleich geklappt hat", sagte der 17 Jahre alte Nachwuchsstürmer aus Paraguay und blinzelte auf der Terrasse des Seehotels Sternen in der Nähe von Luzern in die Sonne: "So ein Tor macht alles leichter. Ich hoffe, ich werde noch viele für die Bayern schießen." Zehn Millionen Mark Ablöse hat der deutsche Meister an Olimpia Asuncion für den Jungstar überwiesen. Der Druck, der auf dem teuersten Teenager der Fußball-Bundesliga liegt, ist immens. Santa Cruz allerdings vermittelt nicht den Eindruck, als könne er damit nicht umgehen. "Druck gibt es in allen Spitzenklubs der Welt. Ich versuche, daraus etwas Positives zu ziehen. Wichtig ist, daß man den Druck in Motivation umwandelt." Lob von Teamkollege Giovane ElberSeinen Trainer und die Kollegen jedenfalls hat der unbekümmerte junge Mann schon mächtig beeindruckt. "Es ist unglaublich, wie weit der mit seinen 17 Jahren schon ist", berichtete Giovane Elber über seine ersten Eindrücke. "Er ist so jung und wirkt schon so erfahren. So ein Tor gleich im ersten Spiel ist schon was. Das hat er jetzt im Hinterkopf, so verkrampft er nicht." Zusammen mit Mohamed Salem Al Enazin aus Katar, der derzeit bei den Bayern ein Probetraining absolviert, erledigte Santa Cruz nach dem 1:1 zur Halbzeit den FC Aarau fast im Alleingang. In der 70. Minute verwandelte der eingewechselte Stürmer eine Flanke des Arabers souverän per Kopf, davor und danach traf Al Enazin (48./81.) ins Netz. Teenager-Star soll behutsam aufgebaut werdenKein Wunder, daß Trainer Ottmar Hitzfeld vom Sturmduo der zweiten Halbzeit sichtlich angetan war. "Beide haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Santa Cruz hat sehr gut kombiniert und gezeigt, welch' großes Talent er ist." Befürchtungen, daß sich der 17jährige schwer tun könnte mit der Integration im manchmal ungemütlichen Bayern, teilt der Trainer nicht. "Er ist sehr offen, hat sehr viel Charme und Disziplin. Ich sehe da keine Probleme." Ob die hohe Ablösesumme nicht zur Belastung werden könne? "Nein", antwortete Hitzfeld, im Gegenteil: "Darauf kann er doch stolz sein." Dennoch wird der FC Bayern den neuen Teenager-Star, der vor kurzem bei der Copa Amerika mit drei Toren für Paraguay für Aufsehen sorgte, behutsam aufbauen. "Wir werden ihn jetzt rar machen in der Öffentlichkeit", beschrieb der Trainer seine Taktik. Das erste Jahr gilt als Lehrjahr, erst im zweiten Jahr erwartet Manager Uli Hoeneß den 1,88 m großen Stürmer in der Stammformation. Freundin muß noch zu Hause bleibenFür Roque Santa Cruz alles kein Problem. "Ich habe keinen genauen Fahrplan für meine Karriere. Zunächst will ich hier lernen und versuchen, meine Leistung zu verbessern." Auch Heimweh kommt vorerst sicher nicht auf. Vater Aproniamo und Bruder Diego (16) stehen ihm die nächsten Monate in München zur Seite, nur Freundin Giselle muß vorerst zu Hause bleiben. Nebenbei lernt Santa Cruz eifrig deutsch, im Augenblick verständigt er sich noch in englisch oder mit Hilfe eines Dolmetschers. Deshalb malt er seine Lebensmotto lieber noch in spanisch auf Papier: "Persevera y venceras" - frei übersetzt: Wer am Ball bleibt, gewinnt auch. Von Markus Seyrer, sid - Foto: dpa
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| Geändert am 27. Juli 1999 16:00 von sab | |||||||