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Sonntag, 8. Jan. 06
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Ingenieur: Leimverbindungen an Eishalle gelöst Bad Reichenhall/Hamburg - Abgelöste Leimverbindungen in der Holzkonstruktion des Daches könnten möglicherweise den Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall verursacht haben.
Nach Angaben des Traunsteiner Prüfingenieurs Walthari Fuchs waren an mindestens 5 der 20 Bruchstellen des Daches die Leimverbindungen vollständig abgelöst. Das könne möglicherweise zum Zusammenbrechen der Konstruktion beigetragen haben, sagte Fuchs am Sonntag der dpa und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel”. „Das heißt aber noch nicht, dass wirklich Baumängel für den Einsturz verantwortlich waren”, sagte Fuchs. Fuchs hatte noch in der Nacht nach dem Unglück erstmals die Dachkonstruktion untersucht. Warum sich die Leimverbindungen abgelöst hatten, könne er aber noch nicht sagen, betonte der Baustatiker. Bereits in der vergangenen Woche hatte es immer wieder Spekulationen darüber gegeben, dass die Leimverbindungen an den Holzträgern des Daches für das Unglück mitverantwortlich sein könnten. Die Nachfolgefirma der Erbauer der Dachkonstruktion machte unterdessen Kondenswasser als mögliche Unglücksursache aus. „Das Kondensat schlägt sich in Teilen nieder. Es kann sein, dass es über die Jahrzehnte an den Hölzern nagt”, sagte der Geschäftsführer der Deuter GmbH, Joachim Netschert, der Münchner „tz” (Samstag). Das Dach breche dort, wo die größte Last liegt. „Bei Flachdächern ist das in der Mitte”, sagte Netschert. Bei der Planung habe es aber eigentlich eine vierfache Sicherheit gegeben. Weiterhin wurde am Wochenende darüber spekuliert, ob der marode Zustand der Halle längst bekannt gewesen war. Der „Spiegel” berichtete, die Bad Reichenhaller SPD-Stadträtin Bärbel Kofler habe in einer Pressemeldung bereits Monate vor dem Einsturz eine Entscheidung über die Zukunft der Anlage angemahnt. „Ansonsten könnte es passieren, dass es zuletzt zu einer Schließung wegen unterlassener Hilfeleistung kommt”, wird Kofler darin laut „Spiegel” zitiert. Die Meldung sei kurz nach dem Unfall von der örtlichen SPD-Homepage genommen worden. Koflers Büro dementiere die Äußerung. Bereits zuvor hatten die Stadtratsfraktionen von SPD, CSU und Freier Wählergemeinschaft Vorwürfe über bauliche Mängel der Halle zurückgewiesen. „Sicherheitsrelevante Mängel waren im Stadtrat nicht bekannt”, hatte es am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung geheißen. Der „Spiegel” berichtete außerdem von einer Zeugin, die eine Woche vor dem Unglück einen Mitarbeiter auf angebliche Missstände in der Halle hingewiesen habe. Dieser habe der Frau dann gesagt: „Wir müssen Angst haben, dass uns das Dach einmal um die Ohren fliegt.” Die Polizei wollte sich am Wochenende nicht zum Stand ihrer Ermittlungen äußern. Die Beamten und Sachverständigen untersuchten an der abgesperrten Unfallstelle weiter die Trümmerteile. Auch die Vernehmungen von zahlreichen Zeugen wurden fortgesetzt. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/01/08/news/t/rzo211364.html |
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