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Glücksgefühle in Leverkusen nach 3:2 beim VfB Stuttgart

Bayer träumt schon wieder vom Titel

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Gute Laune bei Lucio und Trainer Klaus Augenthaler: Bayer Leverkusen meldet sich im Titelrennen zurück.

Stuttgart - Nachdem die Profis von Bayer Leverkusen sich ausgerechnet in der Stuttgarter Höhle des Löwen so meisterlich präsentiert hatten, meldete Manager Reiner Calmund erstmals nach fast 14-monatiger verbaler Leisetreterei wieder deutliche Titelansprüche an.

"Unser neu gestecktes Ziel ist ein Platz zwischen eins und fünf. Das entspricht der Qualität dieser Mannschaft. Alles andere wäre eine Enttäuschung", erklärte Calmund nach dem imponierenden 3:2 (2:0)-Auswärtscoup der Leverkusener beim Vizemeister VfB Stuttgart voller Zuversicht. Die Bayer-Elf überwintert mit einem Rückstand von vier Punkten auf Herbstmeister Werder Bremen auf Platz drei und strotzt vor Selbstvertrauen.

Frust beim VfB nach zweiter Pleite in Folge

Nach einem Jahr voller Pleiten, Pech und Pannen und dem in letzter Sekunde verhinderten Abstieg im Mai hat die Jagd auf den ersten Meistertitel für die Rheinländer mit dem zehnten Saisonsieg nun auch offiziell begonnen. Dagegen gehen die Stuttgarter ausgerechnet nach einem "Traumjahr" (Felix Magath) mit ein wenig Frust in die Winterpause.

"Wir haben eine super Ausgangsposition verspielt. Trotz der schönen Erfolge bleibt damit ein bitterer Nachgeschmack", haderte VfB-Nationalspieler Andreas Hinkel. Die zweite Saisonpleite des Champions-League-Achtelfinalisten binnen fünf Tagen und erste Heimschlappe seit über sieben Monaten konnten auch die Anschlusstreffer von Kevin Kuranyi (56.) und Kapitän Zvonimir Soldo (68.) nicht verhindern.

Berbatow kommt immer besser in Tritt

Während die im 27. Pflichtspiel dieser Runde kraftlos wirkenden Schwaben im Titelkampf durch zwei aufeinanderfolgende Niederlagen gegen direkte Konkurrenten an Boden verloren und auf Rang vier abrutschten, wollen die Leverkusener mit breiter Brust ins neue Jahr starten. "Wenn wir die Rückrunde gut beginnen, ist einfach alles möglich. Wir haben die Spitze im Auge und wissen, was wir können", betonte Ersatz-Kapitän Carsten Ramelow, der trotz einer Innenbanddehnung im Knie auf die Zähne gebissen hatte und den DFB-Pokalsieger von 1993 mit seinem Führungstreffer (24.) auf die Siegerstraße brachte.

Dabei hatte es nach zuvor fünf Pflichtspielen ohne Sieg allerdings einer "sachlichen, aber bestimmenden Rede" von Calmund am Vorabend der richtungweisenden Schlüsselpartie bedurft, um die Leverkusener für das Hinrundenfinale wachzurütteln. Vor allen Dingen Stürmer Dimitar Berbatow überragte mit seinen Saisontreffern vier und fünf (44./62.). "Er wird immer konstanter und wird noch groß rauskommen. Wir sind froh, dass wir seinen Vertrag bis 2007 verlängert haben", lobte Calmund den bulgarischen Nationalspieler.

Magath: Grünes Licht für neues Personal

Indes sah sich Magath angesichts der Schwächephase zum Jahresausklang mit nunmehr sechs Pflichtbegegnungen ohne Erfolg in seiner Forderung nach neuen Spielern in nahezu allen Mannschaftsteilen bestätigt. "Gegen starke Teams fehlt uns noch die Qualität, um einen Rückstand wettzumachen", konstatierte der Ex-Nationalspieler: "Wenn wir nach ganz oben wollen, brauchen wir Verstärkungen."

Die Weihnachtswünsche Magaths ("Um Ruud van Nistelrooy und Thierry Henry werden wir aber nicht mitbieten") werden wohl erfüllt. Er liege diesbezüglich mit Präsident Erwin Staudt "voll auf einer Linie", betonte der 51-Jährige. Von der Qualität der Neuzugänge will Magath auch sein Saisonziel abhängig machen. "Erst wenn klar ist, wer kommt, können wir unsere Ziele überdenken und nach oben korrigieren. Bislang wollen wir die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb schaffen."

Von Ulrike Weinrich und Hans-Peter Sick, sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 18. Dezember 2003 13:22 von sab

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