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Heckenschützen-Prozess: Angeklagter schuldig gesprochen

"Sniper" muss mit der Todesstrafe rechnen

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Für schuldig befunden: John Allen Muhammad

Virginia Beach - Ein Jahr nach den Heckenschützen-Morden von Washington ist der als Sniper bekannt gewordene John Allen Muhammad wegen Mordes und Terrorismus schuldig gesprochen worden.

In ihrer nur sechseinhalb Stunden dauernden Beratung befand die Jury Muhammad zudem in Virginia Beach im US-Bundesstaat Virginia der Verschwörung und des illegalen Waffenbesitzes für schuldig. Das Strafmaß sollte später festgesetzt werden. Der 42-Jährige muss mit der Todesstrafe rechnen. In einem zweiten Prozess wird derzeit auch über Muhammads Komplizen, den 18-jährigen John Lee Malvo, verhandelt. Beiden wird vorgeworfen, im Oktober 2002 im Großraum Washington zehn Menschen aus dem Hinterhalt erschossen zu haben.

Urteilsverkündung regungslos aufgenommen

Regungslos nahm Muhammad die Urteilsverkündung entgegen. Die Jury mit sieben Frauen und fünf Männer befand ihn des Mordes von mindestens zwei Menschen binnen drei Jahren schuldig. Unter Terrorismus fällt in Virginia die "Einschüchterung von Bevölkerung und Regierung"; zudem wollten die Täter zehn Millionen Dollar für die Beendigung der Mordserie erpressen. Für Mord und Terrorismus kann die Todesstrafe verhängt werden.

Während des fünfwöchigen Prozesses hatte die Staatsanwaltschaft 154 Zeugenaussagen und mehr als 400 Indizien vorgelegt, die Muhammads Anwesenheit am Tatort während jeden Mordes beweisen sollten. Die Verteidigung erklärte dagegen, es gebe keinen klaren Beweis, dass Muhammad tatsächlich geschossen habe.

Komplize soll angeblich mehrere Morde gestanden haben

Muhammad, der früher John Allen Williams hieß, war nach seiner ersten Scheidung zum Islam konvertiert. Über seine vier Kinder aus zwei Ehen soll er bittere Sorgerechtskonflikte mit seinen früheren Frauen ausgetragen haben. Aber ihr früherer Mann sei nicht gewalttätig gewesen, sagte Carol Williams der US-Zeitung "Seattle Times".

Sein Komplize, dessen Prozess getrennt vor einem Gericht in Chesapeake im US-Bundesstaat Virginia läuft, hatte im Oktober auf nicht schuldig plädiert. Malvo soll sich allerdings nach Medienberichten in Vernehmungen und Gesprächen mit Gefängniswärtern in den vergangenen Monaten zu mehreren der Morde bekannt haben. Auch ihm droht die Todesstrafe.

Die Heckenschützen hatten vor einem Jahr Washington und Umgebung drei Wochen lang in Angst und Schrecken versetzt. Zehn Menschen von unterschiedlichster ethnischer oder sozialer Herkunft wurden heimtückisch aus dem Hinterhalt erschossen, drei weitere schwer verletzt - die Opfer waren offenbar völlig willkürlich ausgewählt. Beide Männer wurden Ende Oktober vergangenen Jahres an einer Autobahnraststätte rund 80 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt festgenommen.

AFP - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 17. November 2003 21:48 von sab

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