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Do 09.10.2003

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Nachfolge von Armin Veh: Hansa Rostock wählt interne Lösung

Schlünz wird vom Co- zum Cheftrainer befördert

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Mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht: Juri Schlünz wird Kapitän auf der Hansa-Kogge.

Berlin/Rostock - Fußball-Bundesligist Hansa Rostock hat die interne Lösung gewählt und Co-Trainer Juri Schlünz zum neuen Cheftrainer befördert. Drei Tage nach dem Rücktritt von Vorgänger Armin Veh schenkte damit die Klubführung dem bereits zweimal als Interimscoach fungierenden Ex-Profi der Hanseaten das Vertrauen.

Der 42-Jährige erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2005 und soll nach dem schlechten Saisonstart mit fünf Punkten aus acht Spielen als neuer Steuermann am Ruder der Hansa-Kogge die Wende einleiten. Mit der Entscheidung entsprach der Hansa-Vorstand der Stimmung in Verein, Mannschaft und Umfeld.

Als Interimscoach stets erfolgreich

"Juri Schlünz hat in der Vergangenheit immer wieder seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Diesmal hat er unser Angebot angenommen. Mit dieser Entscheidung zu Gunsten von Juri Schlünz liegen wir richtig", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Klinkmann. In der Saison 2000/2001 holte Hansa unter Schlünz ein Unentschieden gegen Freiburg und gewann in Leverkusen. Ein gutes Jahr später legte der Diplomsportlehrer in drei Partien Siege gegen Mönchengladbach und Bayern München nach und verlor nur gegen Schalke 04. Damals hatte er Beförderungs-Spekulationen mit dem Hinweis auf mangelnde Erfahrung abgewehrt.

Doch nun fühlt sich der gebütige Rostocker, der bei den Fans ein Stein im Brett hat und dessen Verpflichtung das "Wir-Gefühl" beim einzigen Bundesligaklub der neuen Bundesländer stärken wird, dem Sprung ins kalte Wasser des Fußball-Oberhauses gewachsen. "Ich arbeite seit sieben Jahren in der Bundesliga. Ich traue mir das zu", verkündete Schlünz voller Selbstbewußtsein.

Simple Maßgabe: "Endlich wieder punkten"

Vor allem glaubt er an die Qualität der Mannschaft, die in den letzten Wochen phasenweise attraktiven Fußball bot, ohne jedoch zu punkten. "Das Potenzial ist in der Mannschaft vorhanden. Wir müssen jetzt endlich wieder punkten und auch einmal zu Null spielen. Für uns heißt das in den nächsten Wochen Abstiegskampf", verriet Schlünz. Mit der Entscheidung zu Gunsten des bisherigen Co-Trainer war Hansa Rostock bereits einmal relativ erfolgreich. In der Saison 1998/1999 übernahm Andreas Zachhuber das Amt von Ewald Lienen und schaffte den Klassenerhalt.

Wie damals steht Schlünz nun ein Kader zur Verfügung, in dem nun ein neuer Konkurrenzkampf um die Stammplätze entbrannt ist. Spieler wie Ex-Kapitän Rene Rydlewicz, Thomas Meggle, Gerd Wimmer, Antonio di Salvo, Ronald Maul und Rade Prica dürfen auf eine neue Chance hoffen. Prica hatte es bereits am Montag treffend formuliert: "Wir brauchen keinen neuen Trainer. Juri ist der richtige Mann."

"Billiglösung" in Zeiten knapper Kassen

Zudem setzten die Mecklenburger mit der Entscheidung auch ein wirtschaftliches Zeichen. Die "Billiglösung" Schlünz ist angesichts leerer Kassen vor allem im strukturschwachen Mecklenburg optimal zu vertreten, den Spielern wird nicht nachträglich ein Alibi für die letzten Wochen an die Hand gegeben.

Stattdessen verkündete Schlünz eine für Mannschaft und Hansa-Fans schon seit Jahren bekannte Weisheit: "Jetzt müssen erst einmal 40 Punkte her." Schließlich soll zum neunten Mal in Folge der Abstiegskampf erfolgreich bestritten werden.

Von Christian Sachs, sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 9. Oktober 2003 15:30 von sab

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