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4:1 gegen Kanada - Respekt vor "wuseligen" Japanerinnen

WM-Auftakt nach Maß für Fußball-Frauen

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Eingekeilt: Bettina Wiegmann zwischen den Kanadierinnen Andrea Neil (l) Diana Matheson.

Columbus - Deutschlands Fußball-Frauen haben mit einem 4:1 (1:1)-Auftaktsieg gegen Kanada eindrucksvoll ihre WM-Ambitionen unter Beweis gestellt.

Gegen die seit zehn Spielen ungeschlagenen "Ahornblätter" präsentierte sich der fünfmalige Europameister in Columbus/US-Bundesstaat Ohio teilweise in bestechender Form und steht vor den weiteren Gruppenspielen gegen die vermeintlich schwächeren Mannschaften aus Japan und Argentinien bereits mit einem Bein im Viertelfinale. "Wir haben einen wichtigen Grundstein gelegt. Wenn wir in den nächsten beiden Partien so spielen, werden wir Gruppensieger", lobte DFB-Trainerin Tina Theune-Meyer ihr Team, für das Bettina Wiegmann (39., Handelfmeter), Stefanie Gottschlich (46.), Birgit Prinz (75.) und Kerstin Garefrekes (90.) erfolgreich waren.

"Operation Gold" begann mit klassischem Fehlstart

Deutschlands "Operation Gold" begann zunächst aber mit einem klassischen Fehlstart. Kaum eine deutsche Spielerin hatte den Ball berührt, als Kanadas Cristine Sinclair (3.) im Fünfmeterraum fast unbedrängt zum Kopfball kam und zum überraschenden 0:1 vollstreckte.

Maren Meinert war nicht die Einzige, die noch nach Spielende fassungslos den Kopf schüttelte: "Da bereitest Du Dich neun Wochen auf die WM vor und nach zwei Minuten steht es 1:0 für Kanada. Unglaublich." Allerdings war es auch das deutsche Mittelfeld-Ass, das die passenden Worte für die Reaktion ihrer nur kurzzeitig geschockten Mannschaftskameradinnen fand: "Wir haben Charakter gezeigt und uns selbst aus dem Sumpf gezogen. Das gibt Hoffnung für die Zukunft."

Meinert "wertvollste Spielerin der Partie"

Nachdem zunächst noch die in der ersten Halbzeit etwas unglücklich agierende Birgit Prinz zwei Großchancen (8./19.) verstolperte, brachte ein souverän verwandelter Handelfmeter von Rekord-Nationalspielerin Bettina Wiegmann die deutsche Mannschaft vor 10.000 Zuschauern endgültig ins Spiel zurueck.

Plötzlich gewann das Team auch die vorher verlorenen Zweikämpfe, im Spiel nach vorn konnten Wiegmann, die später zur "wertvollsten Spielerin der Partie" gewählte Meinert und vor allem die gegenüber dem England-Spiel stark verbesserte Steffi Jones (Theune-Meyer: "Sie hat alles abgeräumt") die erhofften Akzente setzen. Als die ansonsten unauffällige Stefanie Gottschlich mit Wiederanpfiff einen schönen Flugkopfball ins gegnerische Tor setzte, war der Widerstand der Kanadierinnen endgültig gebrochen.

Seitenhieb in Richtung Titelverteidiger

Was folgte, war der Auftritt einer deutschen Mannschaft, der mehr als einmal an die überzeugenden Auftritte in der Vorbereitung erinnerte. Von einem überforderten Gegner begünstigt zwar, aber laut Jones auch das Resultat wochenlanger akribischer Detailarbeit im Training: "Wir wussten, dass wir Kanada taktisch und spielerisch überlegen sind. Wenn sich die Arbeit dann im Spiel auszahlt, macht das richtig Spaß."

Einen kleinen Seitenhieb in Richtung des als hoher Favorit gehandelten Titelverteidigers USA wollte sich die Frankfurterin dann auch nicht verkneifen: "Ich hoffe, dass sie unser Spiel gesehen haben. Jetzt ist der Respekt mit Sicherheit noch etwas größer geworden."

"Gegen Japan tun wir uns immer schwer"

Während für Kanadas Coach Even Pellerud Deutschlands Viertelfinaleinzug beschlossene Sache ist ("Der Klassenunterschied war nicht zu übersehen"), warnte Top-Torjägerin Birgit Prinz vor den "wuseligen und quirligen" Japanerinnen, die im zweiten Spiel der Gruppe C Argentinien das WM-Debüt mit 6:0 verdarben. Auch Theune-Meyer, die den nächsten Gegner (Mittwoch, 23.45 Uhr MESZ) im Stadion ausspionierte, fiel die Erinnerung an die Fußballerinnen aus dem Land der aufgehenden Sonne nicht leicht: "Komischerweise tun wir uns gegen Japan immer schwer. Aber mit einem soliden Auftakterfolg im Rücken lässt sich die Aufgabe um einiges leichter angehen."

sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 21. September 2003 13:20 von aj

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