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Sa 06.09.2003

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Golden League in Brüssel: 800-Meter-Läuferin knackt Jackpot

Maria Mutola stürmt zur Dollar-Million

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Beeindruckende Siegesserie bringt eine Million Dollar: Maria Mutola.

Brüssel - Der Millionen-Lauf von Maria Mutola überstrahlte die glanzvolle WM-Revanche der Leichtathleten in Brüssel.

In 1:57, 78 Minuten stürmte die 800-m-Olympiasiegerin aus Mosambik auch im letzten der sechs Golden-League-Sportfeste zum Sieg und feierte damit einen historischen Triumph. Nie zuvor hatte ein Athlet den Jackpot von einer Million Dollar für Siege bei allen Stationen der Golden-League-Serie alleine geleert.

Gebrselassie verpasst 18. Weltrekord

Äthiopiens Langstreckenstar Haile Gebrselassie hat dagegen den 18. Weltrekord seiner Karriere verpasst, blieb mit der Jahresweltbestzeit von 26:29,22 Minuten aber nur um 6,47 Sekunden über seiner fünf Jahre alten Bestmarke und lief damit das drittschnellste Rennen aller Zeiten über diese Distanz.

Für weitere Glanzlichter sorgten mit Jahresweltbestzeiten vor 48.500 Zuschauern im ausverkauften König-Baudouin-Stadion die Weltmeister Hicham El Guerrouj (1500 m in 3:28,40) und Saif Saeed Shaheen (3000 m Hindernis in 8:00,06) sowie die türkische 1500-m-Läuferin Süreyya Ayhan (3:55,33) und der Kenianer Wilfried Bungei (800 m in 1:42,52).

Speerwerfer Henry gewinnt WM-Revanche

Den zweiten deutschen Golden-League-Sieg im Jahr 2003 feierte Speerwerfer Boris Henry, der damit auch eine zumindest teilweise gelungene WM-Revanche feierte. Mit 84,33 m verwies der Saarbrücker nach Bronze in Paris in Abwesenheit von Weltmeister Andrej Makarow Silbermedaillen-Gewinner Andrus Värnik aus Estland (82,78) auf Platz zwei.

Grund zur Freude hatte auch Henrys Freundin Kelli White. Die Doppel-Weltmeisterin gewann in 10,87 Sekunden über 100 m das erste Rennen nach ihrer Doping-Affäre um Haaresbreite. Da der Weltverband IAAF die bei White nachgewiesene Substanz Modafinil der Gruppe der leichteren Stimulanzmittel zurechnet, wird die US-Amerikanerin nicht gesperrt. Ihr droht aber die Aberkennung beider WM-Titel.

Mutola will Teil des Gewinns spenden

White wurde von den Zuschauern in Brüssel mit freundlichem Beifall begrüßt. Der Star des Abends war jedoch Mutola, die unter einem Feuerwerk den Millionen-Scheck aus der Hand von IAAF-Präsident Lamine Diack entgegennahm. "Natürlich war ich sehr aufgeregt, weil ich noch nie für solch eine große Summe Geld gelaufen bin", erklärte die 30-Jährige. Zum zweiten Mal nach 1993 holte sie den Gesamtsieg in der Meeting-Königsklasse, die damals noch als Golden Four firmierte.

Einen Teil der Dollar-Million wird in die "Maria Mutola Foundation" in Mosambik fließen. Mit ihrer Stiftung unterstützt die dreimalige Weltmeisterin junge Sportler aus ihrer afrikanischen Heimat. Zum Beispiel wird der Aufenthalt einer 15-Jährigen an der High School in Eugene/Oregon finanziert, wo auch Mutola dank eines Stipendiums die Chance zum sportlichen Aufstieg erhielt.

Schock für Schultz: 400-Meter-Läufer hat Pfeiffersches Drüsenfieber

Beim mit einem Gesamtetat von etwa 2,5 Millionen Euro zweitteuersten Sportfest der Saison sorgten die schon in Paris starken Speerwerfer für deutsche Achtungserfolge. Die Leverkusener WM-Dritte Steffi Nerius (60,68 m) landete als Zweite eines mäßigen Wettbewerb wie bei der WM hinter der Russin Tatjana Schikolenko (61, 36), Weltmeisterin Mirela Manjani aus Griechenland fehlte. Das hervorragende deutsche Gesamtergebnis der Männer machten bei Henrys Sieg Routinier Peter Blank aus Frankfurt am Main (82,26) und Christian Nicolay aus Wattenscheid (81,43) auf den Plätzen drei und vier perfekt. Auch für den bis Brüssel einzigen deutschen Golden-League-Sieg 2003 hatte in dem Magdeburger Raymond Hecht, der in Berlin triumphierte, ein Speerwerfer gesorgt.

Stabhochspringer Tim Lobinger aus Köln wurde wie im Stade de France nur Fünfter (5,70), blieb aber damit vor dem abgestürzten Weltmeister Giuseppe Gibilisco aus Italien, der mit 5,70 m nur Rang sieben belegte. Die WM-Fünfte Claudia Gesell enttäuschte bei Mutolas Millionen-Lauf nach einer Erkältung als Zehnte in 2:05,10. Frust auch bei 400-m-Europameister Ingo Schultz. Der erfuhr in Brüssel von der niederschmetternden Diagnose Pfeiffersches Drüsenfieber und beendete umgehend die Saison.

Von Berthold Mertes, sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 6. September 2003 10:05 von sab

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