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Hannah Stockbauer wird zum Superstar: Fluchend größer als Groß

"Ich kann´s noch gar nicht realisieren"

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Unwiderstehlich der Konkurrenz enteilt: Hannah Stockbauer.

Barcelona - Ein unwiderstehlicher Schlussspurt hat Hannah Stockbauer zu einem Superstar des Schwimmsports gemacht. "Einfach Augen zu und geballert" - so wird man Weltmeisterin. "Ich kann's eigentlich noch gar nicht realisieren", sagte die 21-Jährige nach der "Ballerei von Barcelona".

Doch Realität ist, dass eine "echt stolze" Hannah Stockbauer Großartiges vollbracht hat und nach ihrem insgesamt fünften WM-Titel eine Medaillen-Stufe über "Albatros" Michael Groß und Kornelia Ender steht.

"Unglaubliches geleistet"

"Das ist eine Ehre." Hannah Stockbauer war "baff und sprachlos", wusste fast nicht wohin mit ihren unendlichen Glücksgefühlen. 750 der 800 Meter im freien Stil musste sie um Gold und Titel bangen, die gleichaltrige Diana Munz aus den USA ließ sich von der hohen Favoritin aus dem Frankenland einfach nicht abschütteln. "Ich habe nie daran gezweifelt", meinte sie. Im Gegenteil: Vor der letzten Bahn zeigte die Uhr 54/100 Sekunden Rückstand an, nachdem beide bei 550 und 600 m auf die Hundertstel-Sekunde gleichauf gelegen hatten.

Dann "ballerte" Hannah Stockbauer. Und aus dem Rückstand wurde bis ins Ziel ein unter diesen Umständen unglaublicher Vorsprung von 53/100 Sekunden. Sie hat "Unwahrscheinliches" geleistet, stellte Cheftrainer Ralf Beckmann fest. Nur noch "tot ins Bett fallen" wollte Hannah Stockbauer, die Seele baumeln lassen, den Moment genießen, mit jeder Körperfaser spüren, "dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat".

Im Stillen oft den Trainer verflucht

Ja, sie habe das Training und im Stillen auch ihren Coach Roland Böller oft verflucht, gesteht sie. "Ich kenne keinen Menschen, der Lust hat, jeden Tag 20 Kilometer zu schwimmen." Schwimmen bis es wehtut, bis der Magen schmerzt. Doch "wenn ich mich nicht quälen könnte, wäre ich nicht hier", sagte sie. Und freute sich in ihrer natürlichen Art, das Zentrum des öffentlichen Interesses zu sein: "Ich stehe schon gern im Mittelpunkt. Aber es kann auch nerven."

Sie wird sich auf viel Nerverei gefasst machen müssen in der nahen Zukunft. "Aber der Rummel legt sich schnell wieder. Es ist noch nicht so schlimm wie bei Franziska van Almsick." Den Kult um Stars mag sie nicht. "Sie hat keinerlei Allüren in dieser Hinsicht. Sie nimmt das alles mit einer großen Gelassenheit", lobte die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), Christa Thiel. Ihre Nummer 1 will nun erst einmal in Urlaub, "mit meinem besten Freund". Aber nur eine Woche. Am 13. August geht das stille Fluchen auf Training und Trainer wieder los. Es soll sich lohnen - spätestens bei Olympia in Athen.

Von Dietmar Fuchs, dpa


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Zuletzt geändert am 27. Juli 2003 16:54 von sab

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