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Di 08.07.2003

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Durchwachsenes Tour-Debüt: Frust und Trotz beim Team Gerolsteiner

Seelenmassage nach Sturzserie

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Vom Sprint-Ass zum Fußgänger: Gerolsteiner-Fahrer Olaf Pollack.

Sedan - Das Aufstehen war für Olaf Pollack eine Quälerei. Kaum eine Stelle an seinem Körper, die nicht schmerzte. Zwei Tage hintereinander hatte der Radprofi die Tour de France von ihrer härtesten Seite kennengelernt.

Nach der zweiten Etappe war er erneut geschunden, ausgelaugt und frustriert ins Ziel gekommen - ein passendes Bild für sein vom Pech verfolgtes Team Gerolsteiner, das sich seine Tour-Premiere doch anders vorgestellt hatte. Am Dienstag erwischte es seinen österreichischen Teamkollegen Rene Haselbacher, der auf der Zielgeraden brutal in die Bande flog.

"Die Schulter tut weh, beide Knie, die Ellenbogen, der Rücken, der Nacken - eigentlich alles", meinte der von Schürf- und Platzwunden überzogene Kolkwitzer etwas zermürbt.

Sein zerfetzter Dress glich einem Fundstück aus der Mottenkiste. "Olaf hatte nur noch zwei Drittel seiner Hose an. Den Rest hat er irgendwo auf der Straße verloren", stellte Hans-Michael Holczer fest.

Nachdem auch Davide Rebellin auf dem ersten und Uwe Peschel auf dem zweiten Teilstück zu Fall gekommen waren, schwankte die Stimmung des Teamchefs nach den ersten beiden Tagen irgendwo zwischen Frust und Trotz. "Langsam habe ich genug davon, aber unsere Jungs sind wenigstens immer wieder aufs Rad gestiegen. Wenn ich Rabobank sehe, bei denen nach der ersten Etappe zwei Fahrer nach Hause mussten, sind wir ja noch richtig gut dran."

Pollack nimmt´s mit Galgenhumor

Trotzdem musste Holczer, der das Team gemeinsam mit Ehefrau Renate als Familien-Betrieb führt, Seelenmassage bei seinen Schützlingen betreiben. Während Peschel und Rebellin verhältnismäßig glimpflich davonkamen, verbrachte Pollack eine weitere unruhige Nacht und quälte sich am Dienstag mit großen Schmerzen über die dritte Etappe.

"Es ist alles etwas demoliert, aber nirgendwo etwas wirklich Ernstes", sagte der 29-Jährige, der sich keinesfalls unterkriegen lassen will. "Beim zweiten Sturz sieht man das Ganze schon etwas gelassener, obwohl ich das Gefühl hatte, als würden alle anderen auf mir drauf liegen", meinte der Pechvogel mit Galgenhumor: "Vielleicht hatte ich deshalb Glück, weil ich mich als ehemaliger Turner immer gut abgerollt habe."

"Vielleicht kommt das Glück am Ende"

Und so will Pollack seine erste Frankreich-Rundfahrt nicht nur fortsetzen, sondern auch beenden. "Das Ziel in Paris zu erreichen, ist die größte Motivation, die man sich vorstellen kann", erklärte der Brandenburger. "Schließlich kann ja nicht jeder Tag so schlecht verlaufen wie die ersten beiden." Damit tröstet sich auch Holczer: "Wenn das Glück am Anfang nicht da ist, kommt es vielleicht irgendwann am Ende."

Vielleicht schon am Mittwoch im Mannschafts-Zeitfahren. Dort gilt Gerolsteiner nämlich als heißer Anwärter auf einen der vorderen Plätze. "Jetzt wollen wir endlich mal für positive Schlagzeilen sorgen", hofft der ehemalige Realschul-Lehrer. Mit Michael Rich, dem zweimaligen Vize-Weltmeister im Zeitfahren, und dem ehemaligen WM-Dritten Peschel hat er zwei ausgesprochene Spezialisten in seinen Reihen.

Von Holger Schmidt und Oliver Görz, sid - Fotos: dpa


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Zuletzt geändert am 8. Juli 2003 14:08 von sab

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