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Bayern erhöhen Druck auf wiedergenesenen Nationalspieler - Hoeneß:

"Schonzeit für Deisler ist vorbei"

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Soll sich bei Bayern mehr in Szene setzen: Sebastian Deisler.

Leipzig - Fußball-Nationalspieler Sebastian Deisler gerät beim deutschen Meister Bayern München immer stärker unter Druck. Nach Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat nun auch Manager Uli Hoeneß den 23-Jährigen während des Trainingslagers in Leipzig in die Pflicht genommen.

"Die Schonzeit ist vorbei, sein Knie macht keine Probleme mehr. Jetzt muss man Forderungen an ihn stellen. Wir können nun nicht mehr sagen, es wird schon, sondern er muss sich sofort aufdrängen. Er muss in die Stammelf", sagte Hoeneß im kicker.

"Er wird sich öffnen müssen"

Zudem forderte er Deisler auch zu einem persönlichen Umdenken auf. "Er wird sich öffnen müssen", meinte Hoeneß und fügte an: "Das wird er auch tun, wenn die Leistung stimmt. Wir wollen ihn zwar nicht mehr drängen, aber irgendwann wird der Moment kommen, da er diesen einen Zweikampf wird machen müssen."

In den letzten Tagen hatte bereits AG-Chef Rummenigge harte Kritik am introvertierten Deisler geübt, der im vergangenen Jahr für 9,2 Millionen Euro Ablöse von Hertha BSC Berlin nach München gewechselt war, bisher aber nicht den Durchbruch geschafft hat. "Ich glaube, er macht einen großen gedanklichen Fehler. Er meint, es reicht, wenn er trainiert und am Samstag spielt. Beim FC Bayern ist das nicht genug. Hier muss er auch außerhalb des Platzes seine Rolle spielen, ein Führungsspieler muss extrovertiert sein", sagte Rummenigge.

Auch Ze Roberto in der Kritik

Der Mittelfeldspieler hatte es in seiner ersten Saison in München auf gerade einmal acht Bundesligaeinsätze gebracht. Nach einer langwierigen Knieverletzung hatte Deisler im Januar sein Coemback gefeiert, war danach aber durch diverse kleinere Blessuren immer wieder zurückgeworfen worden.

Eine deutliche Steigerung erwartet Hoeneß auch von Ze Roberto. "Ich finde, er hat eine schlechte Saison gespielt, im Verhältnis zu seinem Können und dem Geld, das er kostete. Man sage mir fünf gute Spiele von ihm. Es war nicht genug, diesen Hinweis hat Ze erhalten", sagte er im kicker.

"Nicht nur auf Champions League konzentrieren"

Selbst bei Michael Ballack sieht der Bayern-Manager noch 20 Prozent Potenzial, auch wenn er eine "unglaublich tolle persönliche Entwicklung" bei seinem Spielmacher ausgemacht hat. Der 26-Jährige habe vollkommen verinnerlicht, so Hoeneß, "was den FC Bayern ausmacht. Er kommt offen auf einen zu, macht seinen Mund auf, sagt klar seine Meinung, eckt an, steht dazu und bestätigt alles auf dem Platz".

Derweil warnte Hoeneß sein Starensemble knapp vier Wochen vor dem Saisonstart einmal mehr, sich zu sehr auf die Champions League zu konzentrieren. "Darauf kann man sich nicht verlassen, sonst ist die Saison schnell kaputt. Die Champions League ist die Sahne auf dem Kaffee und künftig noch gefährlicher, weil die Zwischenrunde wegfällt. Deshalb müssen wir uns noch mehr auf die Bundesliga fokussieren."

sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 7. Juli 2003 14:41 von sab

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