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Mo 31.03.2003
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Skandal in der DEL: Schiedsrichter in Kabine von Vereinsboss beleidigtMannheimer Adler verlieren die NervenDer Vereinsboss stürmte in die Schiedsrichterkabine, VIPs schütteten Rotwein auf den Linienrichter, und Fans schlugen auf einen Beobachter des Verbandes ein: Im zweiten Playoff-Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) sorgten die Mannheimer Adler für einen Skandal. "Das war sehr unwürdig und wird für den Klub Konsequenzen haben", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke nach der 3:5-Heimniederlage des Vizemeisters gegen Titelverteidiger Kölner Haie an.
In der ersten Drittelpause hatte Adler-Chef Dietmar Hopp Referee Petr Chvatal in der Kabine verbal attackiert, weil der Waldkraiburger angeblich die Gastgeber benachteiligte. "Das war schlechter Stil, sehr unsachlich. Es ist ein Armutszeugnis, wenn dem einzigen Profi-Schiedsrichter gedroht wird, man werde dafür sorgen, dass er entlassen wird", erklärte Tripcke, der ein Verfahren gegen Mannheim einleitete. Linienrichter mit Rotwein beschüttet Laut Tripcke wurde zudem ein Linienrichter auf dem Weg in die Kabine aus dem VIP-Raum-Fenster mit Rotwein beschüttet. Auf dem Parkplatz wurde Schiedsrichter-Beobachter Martin Erhard von Fans tätlich angegriffen, als er die Unparteiischen schützen wollte. "Es waren keine Ordner da", sagte Tripcke, der die Leistung Chvatals positiv beurteilte: "Jeder neutrale Beobachter sagt, es war alles okay. Er hat sich an die Anweisungen gehalten und regelkonform und kleinlich gepfiffen." Mannheims Trainer Bill Stewart, der schon während des Spiels mit einem weißen Handtuch seinen Protest gegen Chvatal zum Ausdruck gebracht hatte, hielt sich nach der Schlusssirene zurück. "Es ist schade, dass nach 236 Tagen in der Liga nicht die Spieler, sondern der Schiedsrichter eine Serie entscheidet", sagte der Kanadier zwar, wollte in seiner Kritik an dem Profi-Referee aber nicht deutlicher werden: "Max Fedra hat schon alles gesagt. Ich will mir 2000 Euro Strafe nicht leisten." Krefeld schafft Ausgleich gegen Berlin Der Hamburger Manager Fedra hatte im Viertelfinale den Waldkraiburger heftig attackiert: Er hat kein Niveau und soll sich einen anderen Beruf suchen." Fedra war daraufhin von der DEL zu einer Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro verurteilt worden. Nach der 27. Niederlage im 40. Playoff-Duell mit Köln droht Mannheim bereits am Donnerstag das Aus. Neue Hoffnung auf die erste Finalteilnahme in der Klubgeschichte haben dagegen die Krefeld Pinguine geschöpft. "Es geht jetzt wieder bei Null los, die Karten werden neu gemischt", sagte Trainer Butch Goring nach dem 4:2-Sieg gegen die Eisbären Berlin, mit dem die Rheinländer in der "best of five"-Serie auf 1:1 ausglichen. Sturmduo Christoph Brandner/Brad Purdie als Erfolgsgarant Der Kanadier, der als NHL-Profi mit den New York Islanders viermal den Stanley-Cup gewann, sieht sein Team vor dem dritten Spiel am Freitag im Berliner Wellblechpalast psychologisch sogar im Vorteil: "Die Eisbären müssen sich die ganze Woche mit der Niederlage befassen. Wir dagegen wissen jetzt, dass wir sie schlagen können. Der Druck auf Berlin ist noch größer geworden. Wenn wir am Freitag gewinnen, haben wir zu Hause Matchball." Dass die Krefelder weiter vom ersten Meistertitel seit 1952 träumen können, haben sie vor allem ihrem Sturmduo Christoph Brandner/Brad Purdie zu verdanken. Der Österreicher Brandner, der bislang fünfmal in den Playoffs traf, und der Kanadier Purdie (sieben Tore) zeichneten für insgesamt 12 der 22 KEV-Treffer verantwortlich, am Sonntag erzielten sie alle vier Tore. Nach Saisonende bricht der Traumsturm auseinander: Purdie wechselt zu den Hamburg Freezers, Publikumsliebling Brandner, der in Köln als Neuzugang gehandelt wird, hat sich offiziell noch nicht entschieden. "Ich habe noch nirgendwo unterschrieben", betonte der Österreicher, der am Sonntag von den Fans noch einmal aus der Kabine geholt und frenetisch gefeiert wurde: "Christoph, du bist ein Krefelder." Von Thomas Lipinski, sid - Foto: dpa |
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Zuletzt geändert am 31. Maerz 2003 14:52 von sab |
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