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Formel-1-Boss Max Mosley denkt über weitere Neuerung nach:

Fahrersitzung vor laufenden Kameras?

London - "Big Brother" in der Formel 1: Auch nach der radikalen Regelreform ist FIA-Präsident Max Mosley mit seinem Ideenreichtum noch lange nicht am Ende und will nun das bislang hinter verschlossenen Türen abgehaltene Fahrertreffen im Fernsehen übertragen lassen. "Das kann sehr interessant sein", so Mosley.

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Um Ideen nicht verlegen: FIA-Boss Max Mosley.

Mit der Live-Übertragung sollen die Lücken gefüllt werden, die sich durch die Veränderungen des Reglements ergeben haben. "Da das Warm up vor dem Rennen am Sonntag entfällt, überlegen wir als Ersatz, die Fahrerbesprechung auf diesen Termin zu legen und Kameras zuzulassen", sagte der Präsident des Weltverbandes am Dienstagabend in London, nachdem der TV-Vertrag des Fernsehsenders RTL mit der Formula One Administration (FOA) von Bernie Ecclestone bis 2007 verlängert wurde.

RTL zeigt Interesse

Sollte sich Mosleys neue Idee bereits bis zum Saisonstart am 9. März in Melbourne umsetzen lassen, will RTL laut Sportchef Manfred Loppe Bilder aus der Fahrersitzung übertragen. Bereits Ende der achtziger Jahre durften für ein Jahr ausgewählte Journalisten an dem Treffen teilnehmen, danach blieben die Fahrer unter sich. Ursprünglich wurde das Briefing unmittelbar vor dem Start auf der Piste durchgeführt.

TV-Vertrag bis 2007 verlängert

Trotz allem Tohuwabohu in der Formel 1 ist der Preis für die Übertragungsrechte im Free-TV in Deutschland gestiegen: Schon jetzt steht fest, dass RTL auch von 2004 bis 2007 die Rennen in der "Königsklasse" übertragen wird. Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten und sinkender Einschaltquoten musste der Kölner Privatsender RTL für die Übertragungsrechte im frei empfangbaren Fernsehen eine kräftige Erhöhung hinnehmen, nachdem Ecclestone auch ein Angebot von Pro7/Sat.1 vorliegen hatte. "Die Formel 1 ist an einem Punkt, wo man sagen kann, es schmerzt", sagte Loppe.

Freitags-Training vermutlich weiterhin bei ARD

Angaben über den Preis wurden in London jedoch nicht gemacht. Spekulationen zufolge soll RTL rund 80 Millionen Euro pro Jahr an die FOA überweisen, was von Chefredakteur Hans Mahr aber prompt dementiert wurde. Die neue Vereinbarung umfasst auch die exklusiven Free-TV-Rechte an sämtlichen Wettbewerbsbestandteilen eines Rennwochenendes. RTL will Teile wie die Freitags-Qualifikation an andere Sender - im Gespräch ist die ARD - veräußern. Das öffentlich- rechtliche Programm sendet schon jetzt am Freitag live.

Schon ab diesem Jahr wurde RTL erlaubt, eine zweite Funkkamera für Livebilder aus dem Fahrerlager und von der Startaufstellung einzusetzen. Zudem hat der Sender Zugriff auf On-Board-Kameras aus den Autos und darf nach den Regeländerungen auch den Boxenfunk aller Fahrer abhören. Außer RTL überträgt in Deutschland auch der Pay-TV- Sender Premiere die Rennen live. Der Abonnementsender hatte seinen TV-Vertrag bereits am 13. Februar mit der FOA verlängert.

"...eine der wenigen Sportarten, mit der man noch Gewinne machen kann"

Nach Ansicht von RTL-Chefredakteur Mahr ist die Formel 1 trotz gestiegenen Preises ein Geschäft, dass sich für seinen Sender lohnt. "Die Formel 1 ist refinanzierbar und eine der wenigen Sportarten, mit der man noch Gewinne machen kann", sagte er in London. Ganz anders sehe es beim Fußball aus. Jeder Sender mache mit Fußball Verluste. "Die Zeiten, in denen die Sender genug Geld hatten, um die Fußball- Berichterstattung zu subventionieren, sind vorbei." RTL hat vorerst kein neues Angebot für die neue Übertragung der Spiele aus der Champions League vorgelegt.

Von Claas Hennig, dpa - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 26. Februar 2003 15:14 von sab

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