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Mi 22.01.2003
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WM-Handballer bereiten sich auf entscheidende Vorrunden-Partien vorWarten auf die wahren Gegner
Viseu - Der letzte Teil der ungeliebten "Entwicklungshilfe" steht zwar noch an, doch Deutschlands medaillenambitionierte Handballer fiebern bei der Weltmeisterschaft bereits dem eigentlichen Startschuss für das "Unternehmen WM-Medaille" entgegen. "Erst nach den Spielen gegen Gastgeber Portugal am Samstag und Island am Sonntag wissen wir wirklich, wo wir stehen. Wir warten fast sehnsüchtig auf den richtigen Einstieg", betonte Bundestrainer Heiner Brand angesichts der wenig aufschlussreichen "Trainingsspiele" gegen Australien (46:16) sowie Katar (40:17) zum Auftakt. Videostudium statt Ausflug Bereits vor dem dritten Vorrundenspiel am Donnerstag gegen den WM-20. aus Grönland (15.15 Uhr/live im ZDF) kreisen die Gedanken des Gummersbachers fast ausschließlich um die erste Standortbestimmung am Wochenende. Um sich mit intensivem Videostudium auf die "sehr harten Gegner" aus Portugal und Island vorzubereiten, verzichtete Brand am Ruhetag am Mittwoch sogar auf einen Ausflug mit der Mannschaft auf ein Weingut im idyllischen Santar. "Wir werden hellwach sein" In den kommenden Tagen wird der Weltmeister von 1978 aber auch als Psychologe gefragt sein, "denn es ist nicht leicht, nach so einem WM-Start die richtige Spannung aufzubauen. Die beiden Spiele bergen ein hohes Risiko." Erst vor einem Jahr bei der EM 2002 verlor Deutschland das Duell mit Island in der Vorrunde (24:29). Trotzdem ist sich Klaus-Dieter Petersen sicher: "Wir werden hellwach sein und beide Begegnungen gewinnen." Trainer Brand kritisiert Startplatzvergabe Die Vorfreude der deutschen Spieler, die am Dienstagabend bei einer Mini-Feier im Mannschaftsquartier Principe Perfeito die Jubiläen von Kapitän Markus Baur (150. Länderspiel) und Klaus-Dieter Petersen (300. Einsatz) feierten, steigert sich nach dem faden WM-Beginn stetig. "Ich hoffe, ab jetzt wird das Ganze wieder mehr nach Handball aussehen", stellt Spielmacher Baur offen die "Daseinsberechtigung" von handballerischen Entwicklungsländern wie Australien bei einer WM in Frage. Auch Brand kritisiert die Startplatzvergabe von jeweils drei Mannschaften aus Asien, Afrika und Pan-Amerika. "In den letzten Jahren ist die Anzahl der Mitgliedsnationen im Weltverband IHF gestiegen, aber auf diese Situation wurde nicht entsprechend reagiert", moniert der DHB-Coach: "Es ist nicht ideal, zu viele Exoten dabei zu haben." Alle Länder haben das gleiche Stimmrecht, unabhängig von der Größe des Verbandes. Grönland soll nicht unterschätzt werden Aufs Gemüt der Spieler schlagen darüber hinaus die einer WM zum Teil unwürdigen Rahmenbedingungen. Nur jeweils 450 Zuschauer wollten sich bislang die Spiele der Deutschen anschauen, ein halbstündiger Stromausfall am Montag sorgte für verständnislose Mienen. Außerdem gleicht die immer noch nicht komplett fertiggestellte Halle "Pavilhao Multiusos" einer Baustelle. "Wenn man sich an die Wand lehnt, hat man Putz an der Jacke. Das alles ist natürlich schon etwas traurig", klagt Baur, der am Mittwoch seinen 32. Geburtstag feierte. Trotzdem will sich der Vize-Europameister nicht vom anvisierten Ziel des Gruppensieges abbringen lassen und gegen Grönland (0:4 Punkte) endlich Fahrt aufnehmen. Dass die DHB-Auswahl vor zwei Jahren bei der WM in Frankreich ausgerechnet gegen das Team vom Polarkreis, in dessen Reihen Zweitliga-Legionär Hans-Peter Motzfeld (TV Gelnhausen) spielt, den höchsten Sieg in ihrer Geschichte (39:8) feierte, will Brand nicht überbewerten. "Grönland hat sich weiterentwickelt und ist eine unangenehme Mannschaft", mahnt der Bundestrainer. Von Ulrike Weinrich, sid - Foto: dpa |
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Zuletzt geändert am 22. Januar 2003 17:09 von sab |
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