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Fr 13.12.2002

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EM 2008: 1,75 Mrd Gewinn - Hitzfeld: "Bin auf alle Fälle dabei"

Kollektiver Jubel in Österreich und Schweiz

Anklicken zum Vergrößern Daumen hoch: Friedrich Stickler, Präsident des Österreichischen Fußballbundes (OeFB) ist zufrieden

Genf - Selbst Ottmar Hitzfeld im fernen München ließ sich vom kollektiven Jubel anstecken. Als die Nachricht die Runde gemacht hatte, dass Österreich und die Schweiz die EM 2008 ausrichten dürfen, erklärte der Bayern-Trainer dem Boulevard-Blatt "Blick": "Ich werde auf alle Fälle 2008 dabei sein, entweder als Aktiver oder als Passiver." Das wirft die Frage auf: Plant Hitzfeld, Nationaltrainer von wem auch immer zu werden?

Solche Gedanken waren den Delegationen aus Österreich und der Schweiz sehr fern, nachdem Uefa-Präsident Lennart Johansson im Ballsaal des Hotels Intercontinental in Genf das Ergebnis verkündet hatte. Nachdem der Schweizer Verbandspräsident Ralph Zlozower DFB-Boss Gerhard Mayer-Vorfelder herzlich umarmt hatte, und auch ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig den Deutschen öffentlich seinen Dank für die Unterstützung ausgesprochen hatte, musste erst einmal Champagner besorgt werden. Vorbereitet worden war aus Aberglauben nichts, aber als die Kameras ausgeschaltet waren, wurden die zunächst nur als Attrappe dienenden Gläser dann doch geleert

8000 E-Mails mit Glückwünschen und Kartenbestellungen

Kurz danach, noch vor dem abendlichen Rückflug nach Wien, ging dann bereits die Arbeit los. 8000 E-Mails mit Glückwünschen und Kartenbestellungen überschwemmten das Büro des österreichischen Fußball-Verbandes. Der stoppte erst mal alles, denn noch steht das EM-OK nicht. Im Vergleich zum Bewerbungskomitee soll es jedenfalls personelle Veränderungen geben.

Die einen feiern - die anderen lecken ihre Wunden

Während die einen feierten, leckten die anderen ihre Wunden. David Will, der Schotte im Exekutiv-Komitee, rätselte, weshalb die schottisch-irische Bewerbung nicht einmal in die Endauswahl gekommen war. Die gescheiterten Kandidaten aus Osteuropa beklagten lebhaft das mangelnde Vertrauen, und welches Zeichen der Solidarität eine EM im Osten doch gewesen wäre. Und Uefa-Generaldirektor Gerhard Aigner beglückwünschte sich und die Exekutive für das transparente Wahlverfahren.

Viel Raum für Spekulationen

Das sahen Beobachter teilweise anders. Erst zu entscheiden, wer es nicht werden soll, statt positiv abzustimmen und den schlechtesten zu eliminieren, dann "zwei oder drei" für die Endausscheidung zuzulassen und das Abstimmungsergebnis schließlich nicht offiziell bekannt zu geben - das alles lässt Raum für Spekulationen über Allianzen und politische Einflüsse, die mit "Transparenz" nur bedingt zu tun haben.

"Servus und Grüezi - wir haben's doch geschafft"

Am Tag danach jedenfalls ergingen sich die Zeitungen in Österreich und der Schweiz in Jubelorgien. Die österreichische Kronenzeitung schrieb: "Sport und Wirtschaft jubeln. Servus und Grüezi - wir haben's doch geschafft."

Allerdings stand der finanzielle Aspekt des Verdienens in den Schlagzeilen und Kommentaren fast vor der sportlichen Bewertung des Zuschlags für die Austragung der EM 2008. Allenfalls wurde noch erwähnt, dass die Vergabe Balsam auf die gepeinigten Seelen sei, wo doch Österreich den dritten Anlauf zur EM-Ausrichtung unternahm und die Schweiz es noch nicht verwunden hat, dass die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin und nicht in Sion ausgerichtet werden.

Austrias Teamchef: "Beste Entscheidung der letzten 50 Jahre"

So steht Österreichs Teamchef Hans Krankl nicht allein mit der Meinung: "Das war für unser Land die beste Entscheidung der letzten 50 Jahre." Und die Nachbarn aus Deutschland heisst er auch schon willkommen, egal ob unter Teamchef Rudi Völler oder Ottmar Hitzfeld: "Die können ja mit dem Radl zu ihren Spielen fahren." Nur: "Die" müssen sich erst noch qualifizieren.

Rainer Kalb, sid


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Zuletzt geändert am 13. Dezember 2002 14:11 von to

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