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Traumwelten-Ausstellung im Städel: "atemberaubend aktuell"

Der Traum als düsteres Motiv

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Meist Schwarz-Weiß: Die neue Ausstellung im Frankfurter Städel.

Frankfurt/Main - "Traumwelten" aus fünf Jahrhunderten laden in der Graphischen Sammlung des Frankfurter Städel zu der Beschäftigung mit anderen Wirklichkeiten ein. Gezeigt werden Werke, die von Träumen inspiriert sind oder andere Welten darstellen.

Die Ausstellung mit 90 Exponaten der Graphischen Sammlung und 13 ergänzenden Leihgaben von insgesamt 39 Künstlern ist ab Donnerstag (12. September) geöffnet. "Diese Ausstellung ist atemberaubend aktuell", sagte Städel- Direktor Herbert Beck. Albtraumwelten wie Alfred Kubins "Sterbende Stadt" (1903-1905) erschrecken gerade am Jahrestag des 11. September: Das Bild zeigt ein Hochhaus, das über einer verfallenen Stadt einzubrechen droht.

Schau ordnet Traum-Kunstwerke von Künstlern historisch ein

Die Schau versucht, die Beschäftigung der Künstler mit dem Traum kunsthistorisch einzuordnen. Im Humanismus versuchten Künstler sich erstmals an diesem Thema: In Albrecht Dürers "Traum des Doktors" (um 1498) bläst ein kleiner Dämon dem Gelehrten den Traum ins Ohr. Im Vordergrund des Kupferstichs ist der Gegenstand des Traums zu sehen, ein weiblicher Akt.

Vom Tuschefleck inspiriert

Im 18. und 19. Jahrhundert erträumten sich die Künstler Utopien wie Carl Wilhelm Kolbe mit seiner Radierung "Auch ich war in Arkadien" (um 1801). Die Vermischung von Innen- und Außenwelten erscheint oft wie selbstverständlich. Der Surrealismus hingegen versuchte den Traum unmittelbar darzustellen. Einen Vorläufer der experimentellen Versuche des Surrealismus zeigt das Städel mit zwei Pinselzeichnungen des Dichters Victor Hugo: Er ließ sich schon im 19. Jahrhundert von einem Tuschefleck auf einem Blatt Papier zu einer Zeichnung inspirieren.

Schwarz-weiße Kunstwerke geben ein düsteres Bild wider

In der Folge des Surrealismus wird oft nicht mehr das Traumgeschehen dargestellt, sondern der Traum in die Struktur des Bildes einbezogen, zum Beispiel durch Montagen oder durch die Abbildung von verformten Gegenständen.

Explosive, farbige Werke, wie im Bereich der psychedelischen Kunst, bei dem Künstler in den 60er und 70er Jahren unter Drogeneinfluss malten, sind in der Ausstellung bewusst ausgespart. Die überwiegend schwarz-weißen Holzschnitte, Lithographien, Radierungen oder Drucke zeigen ein düsteres Bild der Traumwelten.

dpa


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Zuletzt geändert am 12. September 2002 12:53 von tea

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