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Columbo alias Peter Falk feiert seinen 75. Geburtstag

Mit dem Glasauge zum Mörderschreck

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Paraderolle: Peter Falk als Inspektor Columbo.

Uralt ist der menschliche Traum von dem vermeintlich Schwächeren, der den vermeintlich Stärkeren besiegt. Viele Namen haben diese Helden schon gehabt, einer der bekanntesten davon ist jener amerikanische Polizei-Inspektor Columbo, den Peter Falk zur Kultfigur machte. Am 16. September wird der in New York geborene Schauspieler 75 Jahre alt.

Rund 30 Jahre spielt Peter Falk bereits die Rolle seines Lebens, die ihm auf den Leib geschrieben wurde. Sein Glasauge bewirkt jenen berühmten halb belustigten, halb bedrohlichen Blick des Inspektors. Dabei müsste sich eigentlich niemand vor diesem kleinen Mann mit der schäbigen Garderobe fürchten, schon gar nicht höchst raffiniert mordende Mitmenschen aus besseren Kreisen.

Von Gaunern und Mördern immer unterschätzt

Aber es ist genau dieses völlig unscheinbare Äußere, was bei diesem ewig müde und geistig limitiert wirkenden Polizisten zu fataler Unterschätzung einlädt. Wenn die Täter, die sich diesem offensichtlich orientierungslos am Tatort herumstapfenden Männlein haushoch überlegen wähnen, endlich dämmert, mit welch scharfsinnigem Gegner sie es zu tun haben, zappeln sie bereits am Angelhaken der Gerechtigkeit.

Spezialität: Kauzige Typen

In seiner Jugend hat der Sohn jüdischer Einwanderer tschechisch-ungarischer Herkunft mit Erfolg ein Studium absolviert und wäre vielleicht ein braver Staatsbeamter geworden, wenn es ihn nicht doch zum Theater gedrängt hätte. Dort wurde er rasch bekannt genug, um auch Nebenrollen beim Film zu erhalten: mit dem künstlichen Auge - er verlor als Dreijähriger bei einer Tumoroperation sein rechtes Auge - naturgemäß nicht als jugendlicher Liebhaber, sondern als Spezialist für kauzige Typen. 1960 und 1961 wurde Falk jeweils für den Nebenrollen-Oscar nominiert.

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Auch mit 75 zieht es Peter Falk noch zum Showbusiness.

Beste Vorstellungen in Gesellschaftsstudien

Seine besten Vorstellungen auf der Leinwand gab er jedoch in den Filmen des Hollywood-Außenseiters John Cassavetes. Falk gehörte zu der Schauspielertruppe, die der zwei Jahre jüngere, 1989 verstorbene Cassavetes um sich gesammelt hatte. In sensiblen Gesellschaftsstudien wie "Ehemänner" und "Eine Frau unter Einfluss" wurden Krisen und Ängste der amerikanischen Mittelschicht behandelt.

Popularität kam erst als schrulliger Inspektor

Popularität und Reichtum brachte Falk aber erst die "Columbo"-Rolle ein, die er von 1970 bis 1977 und dann wieder ab 1989 spielte. Großen Anteil am Erfolg der Serie in Deutschland hatte Falks Synchronstimme des unvergessenen Klaus Schwarzkopf. Die klinge so, schrieb ein Kritiker, "als laste alles Leid ungeschützt auf seiner Seele".

Columbo-Mythos in Deutschland

Peter Falk und diese Stimme erzeugten den ganz besonderen deutschen "Columbo"-Mythos. Der bewog 1987 Wim Wenders, den Amerikaner in seinem Kinomärchen "Der Himmel über Berlin" einzusetzen. Falk spielte darin einen Hollywood-Star, der einst Engel war und nun in der damals noch geteilten Stadt einen Film über die letzten Tage des Dritten Reiches dreht.

Auch heute noch ab und zu vor der Kamera

1996 wurde der kinderlose Freizeitmaler mit dem höchsten französischen Kulturorden ausgezeichnet. Mit seiner zweiten, erheblich jüngeren Frau lebt er in einer Villa in Beverly Hills. Und auch nach über 100 Filmen steht er hin und wieder vor der Kamera. Kein Zweifel: Mister "Columbo" muss man sich als glücklichen Menschen vorstellen.

Wolfgang Hübner, AP


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Zuletzt geändert am 12. September 2002 12:04 von tea

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