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London Fashion Week eröffnet internationalen Herbstmode-Reigen

Es fehlen Größe, Geld und Glamour

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Model Sophie Anderton trägt ein Outfit von Ronit Zilka

London - Neue Namen, alte Klagen: Mit der diesjährigen London Fashion Week ist am Donnerstag der internationale Herbstmode- Reigen eröffnet worden. Als erster seiner Zunft stellte Designer Ronit Zilka seine Kreationen vor.

Zu den bekannten Namen gesellen sich in diesem Jahr auch wieder neue: Julie Verhoeven und die polnische Modedesignerin Katarzyna Szczotarska wollen den renommierten Designern Paul Smith, Jasper Conran, Pringle, Ghost, Jean Muir, Nicole Farhi, Burberry und dem in Deutschland geborenen Modeschöpfer Markus Lupfer mit ihren Schöpfungen nicht nachstehen.

Bis Dienstag werden 44 Modenschauen und 15 Präsentationen an verschiedenen Orten in der britischen Hauptstadt gezeigt, zum Beispiel in Theatern, in einem Schwimmbad, auf einem Cricket-Feld, einem Fischmarkt, einem Parkplatz und unter einer Eisenbahnbrücke.

Presse: In London werde die Mode nicht ernst genommen

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Hot Pants sind in: Ronit Zilka

Wie in jeder Saison gibt es auch diesmal wieder viele Klagen in der britischen Presse. Es fehle der Schau an Größe, Geld und Glamour. In London werde die Mode nicht ernst genommen, kritisiert der "Observer". Zwar würden an der Themse Talente entdeckt, das große Geschäft machten sie dann aber in Paris, Mailand und New York, nachdem sie von den großen Konzernen aufgekauft worden seien.

Und das, obwohl immer wieder betont wird, wie wichtig die Kleidungsindustrie für Großbritannien ist. Im Jahr 2001 produzierte sie Waren im Wert von sechs Milliarden Pfund. Der Dachverband der britischen Modebranche, der British Fashion Council, meint jedoch, dass London nun einmal nicht mit den großen Mode-Metropolen der Welt konkurrieren kann und vor allem ein Talent-Reservoir ist.

Britische Top-Designer gehören zu den Mode-Emigranten

Groß ist das Bedauern der englischen Kritiker und Mode- Journalisten darüber, dass die bedeutendsten Designer des Landes ihre Karrieren in New York oder Paris und nicht in London verfolgen: John Galliano, Vivienne Westwood, Alexander McQueen, Stella McCartney, Clements Ribeiro, Matthew Williamson und Luella Bartley gehören zu den Mode-Emigranten.

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Blumiges von Ronit Zilka

"Es kommen nicht genug internationale Einkäufer und internationale Journalisten nach London", klagt Stella McCartney. Dabei hat die Tochter von Ex-Beatle Paul, die inzwischen für die Gucci-Gruppe arbeitet, jedoch ebenso wie Alexander McQueen noch immer ein Büro in London. Viele glauben: Wenn McQueen und McCartney ihre Mode wieder auf der London Fashion Week zeigen würden, würde die gesamte Modewelt nachziehen.

Ungünstiger Termin: Nach London folgt New York

Die Fashion Week kämpft in diesem Herbst auch mit einem Terminproblem: Normalerweise wird die Saison der großen Modenschauen in New York eröffnet, gefolgt von London und Paris. Da sich die New Yorker aber in diesem Jahr nicht um den 11. September herum auf den Laufsteg konzentrieren wollten, macht diesmal London den Auftakt. Nun wird befürchtet, dass viele Einkäufer und Top-Models aus den USA nicht erst nach London, dann wieder zurück nach New York und anschließend nach Paris fliegen werden.

Die Veranstalter trösten sich damit, dass Pessimismus eigentlich schon immer zur London Fashion Week gehört hat. Und dennoch sind aus den 15 Shows im Gründungsjahr 1994 mittlerweile 60 geworden.

Hana Goodhart, dpa


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Zuletzt geändert am 12. September 2002 16:31 von tea

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