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Pionierin des modernen Tanzes - Isadora Duncan starb vor 75 Jahren

Durch Provokation zu einer neuen Art des Tanzes

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Schockierte gerne: Tänzerin Isadora Duncan.

Sie wollte stets provozieren und schockieren: Halb nackt wagte sie sich im puritanischen Amerika auf die Bühne und propagierte einen völlig neuen Tanzstil. Die 1877 (nach anderen Angaben 1878) in San Francisco geborene Isadora Duncan war die erste, die sich nach klassischer Musik auf eine ganz neue Art bewegte.

Sie kehrte der Technik und Ästhetik des klassischen Ballets den Rücken und ließ sich vom Tanz der griechischen Antike beeinflussen - wie sie ihn verstand. Die Künstlerin, die 1899 nach Europa kam, hatte nur ein Ziel, dem sie alles andere kompromisslos unterordnete: Sie wollte eine berühmte Tänzerin werden. Heute gilt Isadora Duncan, die am 14. September 1927 in Nizza starb, als Begründerin des modernen Tanzes.

Körper und Geist in Harmonie bringen

Die Autodidaktin studierte ihre Bewegungen nach Vorlagen antiker Vasenmalereien. Sie wollte den Tanz zur "hohen" Kunst erheben und Körper und Geist zur Harmonie bringen. Ihr Ziel, den "Tanz der Zukunft" zu finden, brachten ihr Spott, aber auch viel Bewunderung ein. Einer ihrer großen Anhänger war Jean Cocteau, der von ihrem "Feuer und ihrem Schwung" völlig begeistert war. Die Bewunderung reichte sogar bis in den Umkreis des deutschen Kaisers Wilhelm II.

Erste große Erfolge in Deutschland

Den ersten durchschlagenden Erfolg erlebte die Pionierin des modernen Solotanzes, die barfuß in fließendem, griechisch inspirierten Gewändern über die Bühnen schwebte, 1902/1903 in Deutschland. Vor allem in Berlin machte sie Furore, wo sie in einer Grünewaldvilla ihre erste Schule eröffnete. Danach bot die Sowjetunion der Tanz-Revolutionärin an, eine Schule ins Leben zu rufen, die wegen fehlender staatlicher Subventionen jedoch nie gegründet wurde.

Liebte das skandalöse Leben

Duncan wehrte sich nicht nur gegen traditionelle Tanzformen, sondern auch gegen gesellschaftliche Normen. Ihr Lebensstil war für die damalige Zeit skandalös. Sie lebte gern über ihre Verhältnisse und nahm es mit der Liebe nicht so ernst. Die Tänzerin brachte drei uneheliche Kinder von drei verschiedenen Vätern zur Welt. Schon als Jugendliche hatte sie sich geschworen, nie zu heiraten, doch die Begegnung mit einem jungen russischen Dichter ließ sie mit diesem Vorsatz brechen. Als sie den Lyriker Sergej Jessenin kennen lernte und heiratete, war sie 43 Jahre alt und er 26.

Tragische Todesserie

Duncans unkonventionelles Leben endete tragisch: Zwei ihrer Kinder stürzten mit einem Auto in die Seine und ertranken, das jüngste starb sofort nach der Geburt. Ihr Ehemann beging nach der Trennung des Paares Selbstmord, und Isadora wurde durch ihren weißen Schal erdrosselt, der sich in den Speichenrädern eines Bugattis verfing.

Sabine Glaubitz, dpa


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Zuletzt geändert am 12. September 2002 12:04 von tea

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