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"Lex Haching": 2. Liga wird vermutlich auf 19 Klubs aufgestockt

Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen

Frankfurt/Unterhaching - Verband und Bundesliga entscheiden über die "Lex Haching" - und damit über weitreichende Folgen für den deutschen Fußball.

"Wenn eine Aufstockung gewollt ist, wäre das machbar", erklärt Heribert Bruchhagen, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), vor dem Krisengipfel am Dienstag über eine zweite Liga mit 19 Klubs, inklusive der SpVgg Unterhaching. Bruchhagen warnt aber vor einem Präzedenzfall: "Es ist nicht auszuschließen, dass solche Probleme öfter auftreten. Stocken wir dann immer auf?"

Unterhaching droht juristische Schritte an

DFB-Präsidium, Liga-Vorstand und DFL-Mitgliederversammlung befassen sich in einem Sitzungsmarathon in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt/Main mit dem Antrag der Hachinger, als 19. Klub in der zweiten Liga spielen zu dürfen. Nach der überraschenden Entscheidung des DFB-Schiedsgerichts, Eintracht Frankfurt die Lizenz doch zu erteilen, forderten die Münchner Vorstädter ihren Verbleib im "Unterhaus" und drohten mit juristischen Schritten.

Für eine Aufstockung müsste der Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL, der 36 Profiklubs vorsieht, geändert werden. Dem müssten sowohl das DFB-Präsidium als auch zwei Drittel der Erst- und Zweitligisten zustimmen. "Eine Aufstockung hätte natürlich spiel- und finanztechnische Konsequenzen", gibt Bruchhagen zu bedenken. Den Teams drohten, so der DFL-Geschäftsführer, durch die zwei zusätzlichen Partien höhere Kosten, dazu kämen Schwierigkeiten mit dem Spielplan und den TV-Übertragungen sowie Sicherheitsbedenken der Polizei.

Wie werden die TV-Gelder aufgeteilt?

Am meisten sorgen sich die Zweitliga-Klubs allerdings um die TV-Gelder, die dann nicht mehr durch 18, sondern durch 19 geteilt werden müssten. "Wir können auf keinen Cent verzichten. Gegebenenfalls muss die DFL die Differenz ausgleichen", verweigert Rolf Dohmen, Manager des Karlsruher SC, schon vorab finanzielle Zugeständnisse. In diesem Punkt signalisiert allerdings Unterhachings Präsident Engelbert Kupka Entgegenkommen. "Die TV-Gelder sind nicht so wichtig für uns. Wichtiger ist erst einmal, dass wir in der Liga bleiben", sagt der CSU-Landtagsabgeordnete.

In der Liga regt sich Widerstand

Doch bei den Zweitligisten regt sich Widerstand. "Das ist absolut undenkbar", sagt Rot-Weiß Oberhausens Manager Klaus Hilpert und befürchtet "eine wilde Liga". Auch Heiner Bertram, Präsident von Union Berlin, stellt klar: "Davon halte ich gar nichts." Joachim Krug, Manager von LR Ahlen, erklärt: "Ich halte nichts von einer Aufstockung. Es kann nicht angehen, dass eine Mannschaft, die sportlich abgestiegen ist, trotzdem noch in der Liga spielt."

Unterhaching droht nach wie vor auch mit dem Gang vor ein ordentliches Gericht, sollte dem Antrag auf eine Aufhebung des Schiedsspruchs nicht nachgegeben werden. "Wir müssen aus existenziellen Gründen so handeln, weil uns bei einem Gang in die Regionalliga die Insolvenz droht", beschreibt Präsident Kupka die brenzlige Situation seines Vereins.

Rückendeckung von Bayern München

Rückendeckung erhält Unterhaching weiter vom großen Nachbarn Bayern München. Nachdem sich der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge schon für den Vorortklub eingesetzt hat, machen sich auch Manager Uli Hoeneß und Präsident Franz Beckenbauer für die Hachinger stark. "Wie soll ein Verein so eine vernünftige Planung machen. Ich würde dringendst raten, denen zu helfen", sagt Hoeneß. Noch deutlicher wird Beckenbauer: "Ich bitte in dieser Situation um Fairness für die Spielvereinigung. Sie sind im Moment die Ärmsten und können wirklich nichts dafür."

Von Alexander Sarter, sid


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Zuletzt geändert am 8. Juli 2002 16:11 von sab

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