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Di 10.07.2001
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Tour: Berliner im Team Credit Agricole will einen EtappensiegVoigt genießt die neue Freiheit
Seraing - Bei seiner vierten Tour de France will Jens Voigt es endlich wissen. "Ich habe dieses Jahr alle Freiheiten und setze voll auf Angriff", sagt der Berliner. Spektakuläre Alleinfahrten bei der letztjährigen Frankreich-Rundfahrt und zahlreiche Erfolge in den vergangenen zwei Jahren haben dem 29-Jährigen eine ganz besondere Stellung in seinem Team Credit Agricole verschafft: "Ich darf machen, was ich will, also: Attacke!" Bereits auf der zweiten Etappe zeigte sich Voigt wieder von seiner kämpferischen Seite. Ein Ausreißversuch in einer vierköpfigen Gruppe wurde zwar wie so oft vereitelt, doch am Ende lag er einmal mehr ganz weit vorne und holte sich neben dem vorläufigen achten Gesamtrang den Sonderpreis für den angriffsfreudigsten Fahrer: 3.000 Mark Prämie und den Titel des Sponsors "Löwenherz". Doch Voigt will mehr. "Ein Etappensieg geht über alles, und in der ersten Woche gibt es ein paar Gelegenheiten, wo ich es versuchen werde", kündigt er an. Die Gesamtwertung hat er nicht im Sinn: "Selbst, wenn ich richtig reinhaue, bin ich am Ende vielleicht 25. oder 30., das interessiert doch keinen." Seine Ausreißversuche vor einem Jahr haben dagegen Eindruck gemacht. "Ich bin in den letzten Monaten oft darauf angesprochen worden, scheinbar war es die richtige Taktik", sagt der gebürtige Grevesmühlener. Die Anerkennung kam spät, denn nach erfolgreichen Jahren als Amateur hatte Voigt den Sprung ins Profilager nur über Umwege geschafft. Team Telekom wollte ihn nicht haben 1995 hatte er 20 Bewerbungsschreiben an Teams in aller Welt verschickt, ohne Erfolg. Auch Telekom wollte den Gewinner der Friedensfahrt von 1994 nicht haben. Erst zwei Jahre später bekam er seinen Vertrag - bei einer drittklassigen Mannschaft in Tschechien. Seit 1998 startet Voigt für den französischen Rennstall Credit Agricole. Einfach war es für ihn nie. Ein Verkehrsunfall 1996, als er bei einer Trainingsfahrt von einem Lkw angefahren wurde, hätte beinahe das Karriereende bedeutet, doch Voigt kämpfte sich wieder ran. Zunehmender Erfolg wie seine Siege bei der Bayern-Rundfahrt 2000 und 2001 oder die Etappengewinne bei den diesjährigen Rundfahrten Dauphine Libere und Route du Sud haben ihn in seiner Wahlheimat Frankreich populär gemacht. Voigt fährt an seinem Wohnzimmer vorbei Ein Tag bei der diesjährigen Tour liegt Voigt deshalb besonders am Herzen: "Am 24. Juli fahren wir fast durch mein Wohnzimmer, nur etwa 100 Meter dran vorbei." Der Gewinn dieser 16. Etappe wäre für ihn ein Traum, an diesem Tag würde er sich ausnahmsweise auch damit begnügen, "wenn die anderen im Feld mich ein paar Meter voraus fahren lassen". Von Oliver Görz, sid |
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Zuletzt geändert am 10. Juli 2001 13:12 von sab |
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