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Ist 20.15 Uhr "zeitnah"?: Fußball-Bundesliga künftig am Samstagabend

Kampf um die Prime Time ist entbrannt

Frankfurt/Main - Der Fußball rückt am Samstagabend im Fernsehen in die Prime Time. Das Präsidium des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) sieht in dem Wunsch der Kirch-Gruppe, künftig bei SAT.1 erst ab 20.15 Uhr mit der "ran"-Zusammenfassung über die Bundesliga zu beginnen, keinen Verstoß gegen den vertraglich geregelten Begriff "zeitnah". Nun sollen vom Ligaverband die letzten Gespräche geführt werden, um das neue Spiel- und Sendeschema vertraglich zu fixieren.

Schöne neue Fußball-Welt?: Bei "ran" rollt der Ball künftig erst am Samstagabend.

Damit ist für die Kirch-Gruppe das größte Hindernis genommen, nachdem der Vorstand des Ligaverbandes die entsprechenden Vorschläge unterbreitet hatte. Lediglich die Vollversammlung der Lizenzvereine muss dem Vorhaben am 27. Juni noch zu stimmen. Zu mehr Kompromissen scheint aber niemand im DFB bereit zu sein. Das Präsidium stellte am Dienstag unter Leitung seines Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder fest, dass "nach dem Grundlagenvertrag auf keinen Fall ein späterer Sendebeginn als 20.15 Uhr akzeptiert wird, weil dann keine zeitnahe Berichterstattung mehr möglich ist".

Samstagabend-Begegnung und Freitagsspiel entfallen

Nach dem jetzigen Plan werden künftig an jedem Bundesliga- Spieltag sieben Begegnungen am Samstag um 15.30 Uhr angepfiffen und zwei wie bisher Sonntag um 17.30 Uhr. Entfallen werden die Samstagabend-Begegnung und das Freitagsspiel. Allerdings bleibt der Freitag als Termin im Gespräch, denn der DFB möchte im Verbund mit dem Ligaverband erreichen, dass die Europäische Fußball-Union von dem Donnerstag als Spieltag im UEFA-Pokal Abstand nimmt. Nur dann werden Flutlichtspiele am Freitag wieder möglich.

Premiere soll gestärkt werden

Die TV-Rechte der Fußball-Bundesliga liegen bis 2004 bei der Kirch-Gruppe, die dafür drei Milliarden Mark bezahlt hat. Der Kirch- Sender SAT.1 hat bisher in "ran" eine Zusammenfassung um 18.30 Uhr gezeigt. Mit der Verlegung auf 20.15 Uhr wollen die Kirch-Manager ihren Pay-TV-Sender Premiere stärken, der trotz des erweiterten Fußball-Angebots mit allen Spielen live bei rund 2,4 Millionen Abonnenten stagniert. Sie wollen die Ware Fußball im Free-TV in den ersten Stunden nach Spielschluss verknappen, um so das Exklusivangebot auf Premiere attraktiver zu machen. Bisher kostete das Premiere-Paket mit allen Spielen mehr als 1000 Mark.

Weitere Verhandlungen stehen noch an. Die Verträge der Kirch- Gruppe mit den öffentlichen-rechtlichen Sendern über die Zweitverwertung müssen teilweise erneuert werden. Beim ZDF ist dies durch den Wegfall des Spiels am Samstagabends notwendig geworden, für den es einen eigenen Kontrakt gab. Der ARD fehlt nach der Spielplanreform das Freitagspiel, so dass sich der Wert des Vertrages mit Kirch verringert hat.

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Zuletzt geändert am 19. Juni 2001 17:05 von sab

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