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Tischtennis-WM in Osaka: Deutsche fahren ohne Medaille nach Hause

Asiaten stoppen Roßkopf und Boll

Osaka - Die asiatische Übermacht hat die deutschen Medaillenträume bei der Weltmeisterschaft in Osaka abrupt beendet. Jörg Roßkopf und sein Clubkollege Timo Boll schieden als letzte Vertreter im Achtelfinale des Herren-Einzels aus. Die beiden Hessen aus Gönnern hatten gegen Ma Lin (China) und Chiang Peng-Lung (Taiwan), Nummer drei und vier in der Welt, keine reelle Siegchance.

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Aus im Achtelfinale: Jörg Roßkopf.

Mit Platz sieben für das Herren-Team als bestes Resultat in sieben Wettbewerben erzielte der DTTB eine äußerst magere Bilanz und muss weiterhin auf die erste Medaille in einem Einzel- oder Doppel-Wettbewerb seit dem Gold von Roßkopf/Fetzner 1989 warten.

Rückstand zur Weltspitze größer geworden

"Statistisch sind wir nicht zufrieden, aber zur Bilanz gehört auch die sportliche Analyse. Die Leistungen waren in Ordnung, aber die Auslosung stand dem Ziel Medaillengewinn im Weg", analysierte am Freitag Cheftrainer Dirk Schimmelpfennig das vorzeitige WM-Ende. Der Rückstand zu den Asiaten und damit zur Weltspitze ist aber - trotz gegenteiliger Beteuerungen - eher noch größer geworden. Das gilt vor allem für die Damen. Drei Chinesinnen und Kim Yung Mi (Nordkorea) stehen im Halbfinale. Bei den Herren sind im Viertelfinale fünf Chinesen, Boll-Bezwinger Chiang Peng-Lung, Kim Taek Soo (Südkorea) und Wladimir Samsonow (Weißrussland) als einziger Europäer vertreten. Er schlug Ex-Champion Jan-Ove Waldner (Schweden) glatt mit 3:0.

Roßkopf kam mit Aufschlägen nicht zurecht

Der Versuch von Jörg Roßkopf, bei seiner zehnten WM-Teilnahme erstmals ins Viertelfinale vorzudringen, scheiterte mit 1:3 gegen Ma Lin. "Ich habe sehr gut gespielt, konnte aber den Schnitt in den Aufschlägen meines Gegners nicht lesen", meinte der Olympia-Dritte von 1996. Obwohl die Europäer alle direkten Duelle gegen asiatische Spieler zum Teil klar verloren, sieht Roßkopf in dem Ergebnis keine Kräfteverschiebung zu Gunsten der Asiaten: "Die Chinesen haben mehrfach gewackelt. Sie werden zudem bei der WM durch die Setzliste begünstigt, weil sie in den ersten Runden nicht gegeneinander spielen dürfen. Das ist im Tennis anders. "

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Unzufrieden nach dem Aus: Timo Boll.

Boll war zu unkonzentriert

Im Gegensatz zum 31 Jahre alten Roßkopf ("Ich habe in meiner Laufbahn schon viele Medaillen gewonnen. Für mich war es eine positive WM") reagierte der elf Jahre jüngere Boll tief enttäuscht auf das 0:3 gegen den Düsseldorfer Bundesligaspieler Chiang Peng- Lung. "Ich habe ab Mitte des ersten Satzes unkonzentriert gespielt. So eine gute Chance bekommt man nicht immer", haderte der deutsche Meister. "Timo muss lernen, in den wichtigen Spielen noch etwas zuzulegen", meinte Roßkopf. "Wir wollen seinen schnellen Vorhand- Topspin weiter entwickeln", kündigte Schimmelpfennig technische Verbesserungen an.

Bundestrainer sehen gute Perspektiven

Der DTTB-Trainerstab mit den Bundestrainern Istvan Korpa (Herren) und Richard Prause (Damen) will sich in Zukunft nicht mit ehrenvollen Niederlagen gegen Chinesen zufrieden geben. "Wir müssen unabhängig von der Auslosung werden. Die fetten Jahre bei den Damen sind zwar vorbei, aber bei den Herren haben wir sehr gute Perspektiven", sagte Schimmelpfennig. Trotz des frühzeitigen WM-Aus gelten Boll und der couragiert auftretende WM-Debütant Lars Hielscher (Jülich) als Gewinner des Turniers. Sie und andere junge Europäer wie Michael Maze (Dänemark) oder Adrian Crisan (Rumänien) könnten mittelfristig die Chinesen am ehesten gefährden.

Von Peter Hübner, dpa - Fotos: AP, dpa

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Zuletzt geändert am 4. Mai 2001 11:16 von sab

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