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Tischtennis-WM: Deutsches Team im Viertelfinale an China gescheitert

Sensation lag nur kurz in der Luft

Osaka - Trotz "Himmelsstürmer" Timo Boll war die "chinesische Mauer" bei der Tischtennis-WM in Osaka auch für die deutschen Herren zu hoch. Beim respektablen 1:3 im Viertelfinale gegen den Topfavoriten aus dem Reich der Mitte verkauften sich Jörg Roßkopf und Co. teurer als erwartet und konnten nach dem 21:19, 22: 20-Coup von Jungstar Boll über den Weltranglistenersten Wang Liqin zum zwischenzeitlichen 1:1 sogar leise Hoffnungen auf eine Sensation gegen den zwölfmaligen Weltmeister hegen.

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Timo Boll überraschte: Der 20-jährige bezwang den Weltranglisten-Ersten Wang Liqin in drei Sätzen.

Das im Achtelfinale ebenfalls an China gescheiterte Damen-Team des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) erreichte gleichzeitig Rang neun und damit sein revidiertes Minimalziel. Im Platzierungsmatch feierten die WM-Dritten von 1997 im Abschiedsländerspiel der zweimaligen Mannschafts-Europameisterin und dreimaligen EM-Dritten Jie Schöpp (Kroppach), die bei ihrem 112. Einsatz im DTTB-Trikot nochmal punktete, einen 3:0-Erfolg gegen Hongkong.

"Aus kam zu früh"

Trotz des nominell schwächsten WM-Ergebnisses der DTTB-Teams seit 1991 fiel die Bilanz von Cheftrainer Dirk Schimmelpfennig schon vor dem Trostrundenspiel der Herren um die Ränge fünf bis acht in der Nacht zum Samstag (02.30 Uhr MESZ) gegen Ex-Europameister Frankreich vergleichsweise positiv aus: "Man trifft bei einer WM irgendwann immer auf China. Diesmal kam das für beide Mannschaften zu früh."

Chinas Herren steuern im Halbfinale gegen Südkorea auf das Traumendspiel gegen Titelverteidiger Schweden zu, der gegen Belgien um den Einzug ins Finale kämpft. Bei den Damen trifft Titelverteidiger China (3:0 gegen Japan) auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Nord- und Südkorea.

"Kein Vorwurf an die Herren"

Schimmelpfennig blickte bei seinem Fazit ein wenig neidisch auf die Halbfinalisten in beiden Wettbewerben. "Es gibt Mannschaften auf den Treppchen, die nicht besser als unsere sind", sagte der Kölner in Anspielung auf Belgiens Herren und Nordkoreas Damen: "Den Herren-Team kann ich keinen Vorwurf machen: Nach dem Gruppensieg in der Vorrunde und dem Achtelfinale gegen Polen hatten wir zum wiederholten Male in den vergangenen Jahren Lospech. Und die Damen haben zwar beim 0:3 gegen Nordkorea den Gruppensieg und damit eine bessere Auslosung verspielt, haben dabei alle drei Spiele nur in drei Sätzen verloren, was zeigt, dass wir durchaus gegen Nordkorea gewinnen können."

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Blieb ohne Sieg: Jörg Roßkopf.

Franz und Roßkopf chancenlos

Eine Siegchance bot sich auch den DTTB-Herren gegen den ohne Einzel-Champion Liu Guoliang angetretenen WM-Zweiten China. Zwar verlor Roßkopf (Gönnern) das Auftaktmatch gegen Olympiasieger Kong Linghui 19:21, 11:21, doch sein Klubkollege und designierter "Kronprinz" Boll schaffte gegen den 31 Ränge höher eingestuften Wang den überraschenden Ausgleich und war auch nach dem vorentscheidenden 0:2 von Peter Franz (Ochsenhausen) gegen Pro-Tour-Finalist Liu Guozheng im Duell mit dem Weltranglistenzweiten "King" Kong beim 19:21, 16:21 nicht chancenlos.

"Langsam haben sie Respekt vor mir"

"Das war schade", resümierte Herren-Coach Istvan Korpa nach der 14. Niederlage im 14. WM-Vergleich mit China: "Ich hätte gerne gesehen, ob Wang gegen 'Rossi' bei 2:2 noch gewonnen hätte." Schimmelpfennig trauerte etwas den vergebenen Möglichkeiten nach: "Wir dürfen nicht auch noch die Sätze gegen China zu 19 verlieren, wenn wir das Spiel gewinnen wollen."

Timo Bolls Enttäuschung wich schnell der Freude über seinen Triumph gegen Wang: "Das war eines meiner besten Spiele überhaupt. Vorher hätte ich gedacht, ich verliere in zwei Sätzen zu zwölf. Ich habe aber gesehen, dass ich auch in einem wirklich wichtigen Spiel gegen einen guten Spieler gewinnen kann. Ich glaube, so langsam haben sie alle Respekt vor mir", meinte der 20-Jährige stolz.

Von Florian Remark, sid - Fotos: AP, dpa

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Zuletzt geändert am 27. April 2001 13:38 von sab

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