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Italien: Trainer Zoff tritt zurück
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Überraschung: Italiens Nationaltrainer Dino Zoff tritt zurück

Berlusconis Attacken zeigen Wirkung

Rom - Der italienische Nationaltrainer Dino Zoff hat nach der 1:2-Endspiel-Niederlage gegen Frankreich bei der Fußball- Europameisterschaft überraschend das Handtuch geworfen. Während einer Pressekonferenz erklärte der 58-jährige Coach am Dienstag in Rom nach zwei Jahren im Amt seinen Rücktritt.

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Wirft die Brocken hin: Dino Zoff.

Als Grund gab Zoff die harsche Kritik des Präsidenten des AC Mailand, Silvio Berlusconi, an. "Ich nehme bei Herr Berlusconi keine Lektion in Sachen Anstand", sagte Zoff. Unklar ist allerdings, ob der italienische Fußballverband den Rücktritt Zoffs annimmt.

"Wie die letzten Dilettanten"

Am Montag hatte Berlusconi den Auftritt der "Squadra Azzurra" im Finale als "unwürdig" bezeichnet. "Sie haben sich verhalten wie die letzten Dilettanten", wurde der Oppositionschef und Ex- Ministerpräsident Berlusconi zitiert. Offenbar mit Blick auf Trainer Dino Zoff fügte er hinzu: "Das Problem ist, entweder hat einer die Intelligenz im Kopf oder eben nicht."

Zoff: Ich kann das nicht verstehen

"Ich kann nicht verstehen, wie jemand die Arbeit anderer diffamiert", sagte Zoff, der "sich als Mensch beleidigt und von Berlusconi öffentlich diffamiert" fühle. Zoff kündigte an, Berlusconi nicht verklagen, ihm aber persönlich auf die Angriffe antworten zu wollen. "Die Behauptungen Berlusconis sind in keinster Weise technischer Art und deshalb falscher Absicht", erklärte Zoff. "Ich will nicht weiter machen. Dafür müsste ich viel härter sein", sagte Zoff, der angab, die Nacht vor seinem Rücktritt kaum geschlafen zu haben.

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"Nicht persönlich beleidigt"

Die Nachricht vom Rücktritt kam für die italienischen Fußball-Fans überraschend. Der Vize-Titel war allgemein als großer Erfolg vor allem Dino Zoffs angesehen worden. Nach der ersten Enttäuschung war die Mannschaft gelobt worden. Auch Berlusconi zeigte sich von den Folgen seiner Kritik überrascht. "Ich kann nicht glauben, dass er zurückgetreten ist", zitierte das italienische Fernsehen den "Milan"- Präsidenten. Er habe Zoff nicht persönlich beleidigt und nicht dessen Arbeit diffamiert. "Ich habe lediglich eine technische Kritik geübt, von der ich weiter fest überzeugt bin", so Berlusconi. "Zidane hat man viel zu viel Freiraum gelassen", hatte Berlusconi am Dienstag der "La Gazzetta dello Sport" gesagt.

dpa - Fotos: AP

Geändert am 4. Juli 2000 13:30 von sab
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