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"Dopingfall Baumann": Aufklärung nicht in SichtKeine Spur vom "Zahnpasta-Attentäter"Tübingen - Die Staatsanwaltschaft Tübingen macht Dieter Baumann kaum noch Hoffnungen, den vermeintlichen Zahnpasta-Attentäter zu finden. "Wir haben weiterhin keine konkreten Hinweise, die seine Theorie stützen", sagte der ermittelnde Staatsanwalt Rolf Kindsvater, der weder von der am Donnerstag untersuchten dritten verdächtigen Tube noch von den ausstehenden Vernehmungen bahnbrechende Erkenntnisse in der Nandrolon-Affäre um den wegen Dopingverdachts suspendierten 5. 000-m-Olympiasieger von 1992 erwartet.
Eher schon von dem Gutachten des Nürnberger Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IMBP), das nächste Woche erwartet wird. "Es könnte ein Ergebnis bringen, das den Fall abschlussreif macht", erklärte Kindsvater. Widerlegt die Expertise Baumanns Darstellung, wonach seine überhöhten Nandrolon-Werte über die Mundschleimhaut aufgenommen wurden, könnte der Fall eine neue spektakuläre Wendung erfahren: Baumanns Wandel vom Opfer zum Täter. Der Tübinger müsste sich dann wegen Vortäuschung einer Straftat verantworten, zwei Anzeigen mit diesem Vorwurf liegen der Staatsanwaltschaft vor. Auch Stephane Franke wird vernommenStützt das IMBP-Gutachten die Baumann-Version, ist ein Ende des Verfahrens weiterhin nicht absehbar - weil immer noch nichts bewiesen wäre, so lange sich kein Täter findet. "Zunächst müssen wir die Gutachten bewerten. Dann wird sich entscheiden, ob weitere Ermittlungen notwendig werden", meinte der Staatsanwalt, der in den nächsten Tagen auch die beiden letzten von dann insgesamt annähernd 30 Zeugen vernehmen will. Wie Kindsvater bestätigte, handelt es sich dabei um Dr. Bernd Schubert (Chemnitz), leitender Bundestrainer im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), sowie um Baumanns sportlichen Erzrivalen Stephane Franke (Berlin). Beide waren durch Dritte teilweise anonym als potenzielle Attentäter ins Spiel gebracht worden.
"Vernehmung bringt nichts""Die Vernehmung der beiden Zeugen bringt nichts", glaubt der Staatsanwalt: "Schließlich haben beide sich schon öffentlich erklärt und werden nichts anderes erzählen." Der frühere DDR-Cheftrainer Schubert stritt jegliche Beteiligung an einem etwaigen Komplott ab: "Ich bin doch kein Selbstmörder." Der zweimalige 10.000-m-EM-Dritte Franke, der im Trainingslager in St. Moritz im August Zugang zu Baumanns Bad hatte, erklärte an Eides statt, nichts mit einer Zahnpasta-Manipultaion zu tun zu haben. Zwei-Jahres-Sperre ?Von den Ergebnissen der Staatsanwaltschaft Tübingen hängt offensichtlich auch die Entscheidung des unabhängigen DLV-Rechtsausschusses im Dopingfall Baumann ab. "Ich denke, dass abgewartet wird, was die Staatsanwaltschaft herausfindet", sagte DLV-Pressesprecher Dr. Stefan Volknant. Das Präsidium des Verbandes hat dem Rechtsausschuss die Verhängung einer Zwei-Jahres-Sperre vorgeschlagen. Baumann droht mit Millionen-Klage |
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| Geändert am 9. Maerz 2000 15:35 von sab | |||||||