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Ski Alpin: Schöne Bescherung für Haltmayr und Rauffer

Polizeimeisterin vor dem Weltcup-Sieg

Lenzerheide/Kvitfjell - Max Rauffer und Petra Haltmayr haben dem Deutschen Skiverband (DSV) ein selten schönes Wochenende beschert. Rauffer erreichte bei der Weltcup-Abfahrt im norwegischen Kvitfjell sensationell Rang drei und damit das beste Resultat eines deutschen Läufers seit sechs Jahren.

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Hatte Grund zum Strahlen: Petra Haltmayr.

Haltmayr nutzte die Gunst der Stunde bei der verrückten Abfahrt im schweizerischen Lenzerheide und erreichte als Überraschungszweite die beste Platzierung ihrer Karriere. Es war bereits der neunte zweite Rang für die deutschen Ski-Damen in diesem Winter.

Häusl behauptet Führung

Für das Happyend der Saison könnte weiter Regina Häusl sorgen. Zwar wurde die 26-Jährige beim "Nummernrennen" in Lenzerheide nur Achte, zum Finale im italienischen Bormio (15. bis 19. März) fährt die Polizeimeisterin aus Schneizelreuth aber als Spitzenreiterin der Gesamtwertung in der Abfahrt. Häusls Vorsprung vor dem letzten Rennen beträgt 36 Punkte auf Renate Götschl (Österreich), die mit Rang drei ihren Vorspung im Gesamtweltcup vor den letzten sechs Rennen weiter ausbaute und den Super-G-Titel bereits sicher hat.

Nach hinten durchgereicht

Ein größerer Vorsprung für Häusl wäre möglich gewesen, doch als nach Startnummer 30 die zunächst mit Neuschnee bedeckte Piste "Scalotas" endlich "geräumt" war, wurde sie von Rang zwei nach hinten durchgereicht. Das Glückslos dieser "Lotterie" zog die bisher unbekannte Schweizerin Corinne Imlig (Startnummer 33), die in 1:48,66 Minuten allerdings nur hauchdünn mit drei Hundertstel vor Haltmayr gewann. Zeitgleich mit Götschl (1:48,99) wurde die Russin Aliewa Olesja (Startnummer 41) überraschend Dritte.

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Sauste in Kvitfjell auf Platz drei: Max Rauffer.

"Das fasse ich nicht"

Haltmayr war mit Startnummer 30 gestartet und konnte ihren zwischenzeitlichen ersten Platz zunächst gar nicht glauben. "Als ich auf die Anzeigetafel geschaut habe, dachte ich: Da muss doch ein Fehler passiert sein", sagte die 24-Jährige: "Ich wäre schon mit einem Platz unter den ersten 20 zufrieden gewesen, aber Zweite, das ist unglaublich. Das fasse ich nicht." Fassungslos war auch Cheftrainer Wolfgang Maier. "Schon wieder Zweite", stöhnte er leicht genervt.

Einst ein "Bruchpilot"

Fassungslos war auch Max Rauffer. Er galt als "Bruchpilot", als talentierter, aber hoffnungsloser Fall. Doch im Endstadium seiner sechsten und zuvor einmal mehr trostlosen Saison raste der 27-Jährige vom SC Leitzachtal schon sensationell auf den dritten Rang. "Das ist gigantisch, ein Traum", jauchzte er.

"Einfach drauflos gefahren"

Einen deutschen Läufer auf dem Siegerpodest eines Weltcup-Rennens hatte es nicht mehr gegeben, seit Tobias Barnerssoi 1994 in Kranjska Gora/Slowenien ebenfalls Dritter geworden war. In einer Abfahrt hatte zuletzt Markus Wasmeier als Sieger von Garmisch (1992) das "Stockerl" erklommen, ehe er 1994 in Kvitfjell (Super-G) und Hafjell (Riesenslalom) Doppel-Olympiasieger wurde.

"Ich habe mir nichts gedacht und bin einfach drauflos gefahren", so Rauffer, der unter einer Bandscheibenwölbung leidet, nach der Abfahrt. Schneller als der Sportsoldat (1:29,25 Minuten) waren nur Daron Rahlves (USA/1:28,88), der seinen Vortagessieg wiederholte, und Kristian Ghedina (Italien/1:29,06). In all den Jahren war Rauffer überhaupt nur einmal in die Top Ten gefahren, als Achter des Super-G 1996 in Garmisch.

Von Martin Schweyzer und Werner Staub, sid - Fotos: AP, dpa

Geändert am 5. Maerz 2000 17:49 von sab
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