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Skispringern droht in den USA erneutes Wetter-Chaos

Weit und breit kein Schnee zu sehen

Iron Mountain - Die Skispringer um Martin Schmitt müssen am Wochenende beim Weltcup in Iron Mountain in den USA aufgrund schlechter Wetter-Prognosen zwei neuerliche Chaos-Wettbewerbe fürchten.

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Nicht gerade erfreut über das
warme Wetter: Martin Schmitt.

Skisprung-Direktor Walter Hofer vom Ski-Weltverband (FIS) lehnt aber trotz der sich offenbar wiederum bestätigenden Kritik an der Schanzenwahl einen "Kniefall" vor dem Fernsehen ab: "Skispringen findet im Freien statt. Ich bin dagegen, dass wir nun dem Fernsehen zuliebe Laborbedingungen schaffen."

Schmitt hofft noch

"Ich hoffe ganz einfach auf Wetterglück, wo zwei Wettkämpfe einfach richtig durchgehen und ich mich nicht aufregen muss", äußert Schmitt vor seinem ersten USA-Auftritt einen wohl frommen Wunsch. Der 22 Jahre alte Doppel-Weltmeister aus Furtwangen will auch in Abwesenheit von Bundestrainer Reinhard Heß, der daheim "den Papierkram erledigt", in der Gesamtwertung seine Führung von 180 Punkten gegen den Österreicher Andreas Widhölzl verteidigen.

Weitere Regenfälle gemeldet

Temperaturen um plus zehn Grad und starke Gewitter empfingen die Matadoren der Lüfte in Iron Mountain am Lake Michigan, rund fünf Autostunden von Chicago entfernt. Der Wetterbericht verheißt obendrein Regen oder Schneefall, komplikationslose Springen auf der rekonstruierten und momentan gut präparierten Anlage sind also eher unwahrscheinlich.

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Jury unter Druck

Schmitts Vorsprung auf seinen schärfsten Rivalen schmolz auch aufgrund einiger im "Wetter-Chaos" getroffener und zweifelhafter Jury-Entscheidungen. "Aus sportlichen Überlegungen heraus, also wegen der Chancengleichheit, sind die Verwendung von künstlichen Anlaufspuren und ein neuer Durchführungsmodus längerfristig im Gespräch", sieht auch Hofer Handlungsbedarf. Es könne zum Beispiel auch in Leistungsgruppen gestartet werden, so dass im Wiederholungsfall nicht das gesamte Feld erneut auf den Turm muss.

Mit Trainern und Skifirmen in Verbindung

Die FIS befinde sich laut Hofer zudem mit Trainern und Skifirmen in Verbindung, "um einen möglichst reibungslosen Übergang zu einem Materialreglement zu finden, das es der Jury erlaubt, den Wettkampf wieder besser zu steuern". Großflächige Skier hatten in dieser Saison zu Unwägbarkeiten für die Jury bei der Bemessung der Anlauflänge geführt.

Vorfreude trotz der eher misslichen Aussichten verspürt Skiflug-Weltmeister und Schmitts Zimmerkollege Sven Hannawald aus Hinterzarten. "Die Leute sind lockerer als bei uns daheim, die packen ihre Grills an der Schanze aus und sind guter Laune. Das ist schon geil", meint der 25-Jährige.

Hupkonzerte begleiten die Springer

Frühere Veranstaltungen wurden von den im Skispringen ziemlich "unbeleckten" Amerikanern teilweise von ihren Autos aus verfolgt, Hupkonzerte begleiteten die Springer. Und bei Stürzen gab es völlig untypisch für "normale Verhältnisse" auch schon donnernden Applaus. Ebenso ungewöhnlich war diesmal der Empfang der Mannschaften durch den stark religiösen Gastgeber-Verein "Kiwanis Ski Club", bei dem vor dem Essen Schmitt und Hannawald gemeinsam mit ihren Kollegen beteten. Vielleicht auch für gutes Wetter.

Von Erik Beck, sid - Fotos: dpa, AP

Geändert am 25. Februar 2000 16:18 von sab
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