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Angebot von Mike Tyson: Axel Schulz vor dem Comeback ?

Eine Million für eine Tracht Prügel

Axel Schulz droht auch außerhalb des Boxrings zum Umfaller zu werden: Vier Monate nach seinem schmerzhaften Abschied steht der Schwergewichtler vor einem sensationellen Comeback. Dem 31 Jahre alten blonden Hünen aus Frankfurt/Oder liegt eine Anfrage des Managements von Ex-Weltmeister Mike Tyson für einen Kampf im April vor.

Axel Schulz grübelt: Aus dem Tyson-Boxstall
soll ein Angebot vorliegen.

"Ich hatte einen Anruf von der Tyson-Seite. Es war eine reine Anfrage und noch kein finanzielles Angebot. Ich habe dies an Axel weitergeleitet. Axel hat sich bis zum Ende der Woche Bedenkzeit erbeten", bestätigte Promoter Wilfried Sauerland.

Am 8. April in Mailand

Der Geschäftsmann aus Wuppertal, der sich beruflich zurzeit in Kapstadt aufhält, hat die Offerte über seinen US-Partner Cedric Kushner erhalten: "Der Kampf soll im April in Europa stattfinden, aber nicht in Deutschland." Italienische Zeitungen hatten bereits berichtet, dass der nächste Tyson-Fight aller Voraussicht nach am 8. April im Foro Assagom bei Mailand stattfinden soll.

Zuletzt von Klitschko vermöbelt

Am 25. September 1999 hatte Schulz, mit dem für einen Boxer wenig schmeichelhaften Beinamen "der weiche Riese" versehen, bei seiner Abschiedsvorstellung gegen Wladimir Klitschko (Ukraine) im EM-Kampf die Prügel seines Lebens bezogen und war vom Ringrichter in Runde sieben aus dem Fight genommen worden.

Er sucht einen Gegner: Mike Tyson.

Keine Finanz-Not

"Keiner tritt gerne so ab, wie es gegen Klitschko passiert ist. Man will lieber als Sieger seine Laufbahn beenden", sagte Ex-Manager Sauerland. Finanzielle Motive stünden nach Meinung von Sauerlands Partner Jean-Marcel Nartz bei einem Sinneswandel von Schulz eher im Vordergrund.

"Die Hauptgründe wären für mich ein Millionen-Angebot. Eine Million Dollar wären bei allen Abzügen 900.000 Mark netto. Da wird jeder normale Mensch schwach", erklärte Nartz. Um großes Geld würde es für Schulz in jedem Fall gehen. Gemessen an dem internationalen Status des Publikums-Lieblings, der seit seiner unglücklichen Punkt-Niederlage gegen Box-Opa Foreman auch in den USA noch sehr populär ist, dürften mindestens drei Millionen Dollar Börse drin sein.

"Meine Zeit ist vorbei"

Nach dem Kurzauftritt von Tyson am 29. Januar in Manchester, wo der Ex-Sträfling Julius Francis in Runde zwei ausknockte, wollte Schulz nichts mehr vom Boxen wissen. Im Beisein von WBO-Weltmeister Witali Klitschko hatte er auf die Frage, ob es ihn nicht noch mal jucken würde, gesagt: "Nein, meine Entscheidung ist gefallen! Meine Zeit ist vorbei. Jetzt sind andere dran. Das tue ich mir nicht mehr an."

In finanziellen Nöten kann sich Axel Schulz eigentlich nicht befinden. In seiner aktiven Laufbahn soll er Schätzungen zufolge zehn bis 15 Millionen Mark verdient haben. Auch jetzt scheffelt er mit Werbung, Beteiligungen an Telekommunikations-Geschäften und fürstlich honorierten Promotion-Auftritten oder als Ringsprecher noch reichlich Geld.

"Gegen Tyson kann es noch schlimmer kommen"

Für Sauerland wäre es eher eine Frage der Ehre. "Vor einem Jahr war Axel noch ganz heiß drauf", sagt der Promoter. Ende 1998 schien "Schulles" Kampf gegen Tyson so gut wie perfekt, doch der boxte am 16. Januar in Las Vegas stattdessen gegen Dopingsünder Francois Botha.

"Ich habe schon vorher gesagt, dass er nochmal boxt. So verbraucht ist er nun auch nicht. Als Sportler will man so einen Abgang natürlich nicht haben. Gegen Tyson kann es natürlich noch schlimmer werden. Wenn er nein sagt, ziehe ich vor ihm den Hut", meinte Nartz.

Von Ulf Zimmermann, sid - Fotos: Archiv

Geändert am 10. Februar 2000 15:16 von sab
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