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Martin Schmitt: Siegesserie in Japan gestoppt

Tückische Schanze bereitete Probleme

Hakuba - Den Rekord im Kopf, aber Blei in den Beinen - die Siegesserie von Martin Schmitt im Skisprung-Weltcup ist am Mittwoch jäh gestoppt worden. Obwohl der 21 Jahre alte Weltmeister beim 16. Weltcup-Wettbewerb auf der Olympia-Schanze in Hakuba (Japan) als Führender nach dem ersten Durchgang den fünften Sieg nacheinander und damit die Einstellung des von Andreas Goldberger gehaltenen "Weltrekords" dicht vor Augen hatte, musste sich der Schwarzwälder nach einem schwachen zweiten Sprung am Ende mit dem fünften Platz begnügen.

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Martin Schmitt segelt durch die Lüfte:
In Hakuba sprangen jedoch andere weiter.

"Man kann Siege und Rekorde eben nicht planen", kommentierte der Seriensieger sein Abschneiden mit bitterer Miene.

So feierte Olympiasieger Jani Soininen an der Stätte seines größten Erfolges mit 121 und der Tagesbestweite von 131 Metern seinen vierten Weltcupsieg, den ersten seit dem Gewinn von Olympia-Gold vor knapp zwei Jahren. Der 27 Jahre alte Finne aus Jyväskylä setzte sich vor 4 000 Zuschauern mit 261,1 Punkten vor Tourneesieger Andreas Widhölzl aus Österreich (260,8/120,5 + 129 m) sowie seinen Landesleuten Ville Kantee (247,3/121,5 + 127 m) und Janne Ahonen (246,6/119,5 + 127,5 m) durch. Schmitt, mit 123,5 Metern Bester des ersten Durchgangs, stürzte bei 120 Metern ab und erreichte nur 238,8 Punkte. "Martin ist nicht hundertprozentig mit dieser Anlage zurecht gekommen", sagte Bundestrainer Reinhard Heß.

Rückenwind beim zweiten Versuch

Beim Weltmeister machte sich die mangelnde Erfahrung mit der tückischen Schanze bemerkbar; offenbar rächte es sich, dass Schmitt auf das Training in Hakuba verzichtet hatte. Wie am Dienstag, als der Springer des SC Furtwangen im Team-Weltcup das Polster von neun Punkten nicht zum Sieg nutzen konnte, verspielte er auch im Einzel seinen Vorsprung von über fünf Punkten. "Die Anlauflänge ist okay. Es ist heute wirklich gut zu springen", hatte Schmitt nach dem ersten Durchgang zufrieden festgestellt und von "besseren Bedingungen" als am Vortag gesprochen, wo er die Jury mit Gesten und Worten provoziert hatte. "Martin ist hier nicht optimal gesprungen", sagte Heß. Schmitts Heimtrainer Wolfgang Steiert wusste auch, warum. "Er hatte Pech und vollen Wind von hinten. Da hatte Martin keine Chance mehr zu gewinnen", meinte der Hinterzartener.

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Grund zum Jubeln hat Martin Schmitt dennoch,
er führt weiterhin in der Gesamtwertung.

In der Gesamtwertung vorn

Dank seiner acht Saisonsiege führt der Schwarzwälder aber weiter unangefochten im Weltcup mit 1 269 Punkten vor Widhölzl (962) und Ahonen (836) und wird damit auch beim "Heimspringen" in Willingen (Sauerland) am 5. und 6. Februar im Gelben Trikot springen. "Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn Martin seine Spitzenposition nicht halten könnte", urteilte Olympiasieger Jens Weißflog. Schmitts fünften Platz kommentierte der Oberwiesenthaler mit Verständnis: "Martin ist keine Maschine. Er wollte vielleicht wirklich den Rekord einstellen und das spielte im Kopf mit."

Hannawald auf Rang sechs

Schmitts Kollegen schien der zweite Platz im Mannschaftsspringen Flügel zu verleihen. Sven Hannawald (Hinterzarten) wurde mit 114,5 und 126 Metern (232,8) Sechster. "Ich bin froh, dass es wieder gut gegangen ist. Das Springen macht mir wieder Riesenspaß und ich bin sehr motiviert fürs Skifliegen", sagte der WM-Zweite, der weiter Achter im Weltcup (443) ist. Auch Michael Uhrmann entwickelt sich zu einer festen Größe. Als Achter (231,0/116 + 124 m) hat der Bayer aus Rastbüchl seinen Stammplatz im DSV-Team sicher.

Hansjörg Jäkle (Schonach-Rohrhardsberg) auf dem 17. Platz (204,3/111,5 + 114,5 m), Ronny Hornschuh aus Zella-Mehlis (193,6/105 + 117 m) mit Rang 21 und Gerd Siegmund aus Oberhof (189,3/104 + 114,5 m) an 26. Stelle waren ebenfalls ins Finale der besten 30 gekommen. Dagegen lief es bei Frank Löffler (Oberstdorf/33.) und Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg/35.) nicht nach Wunsch.

Von Felix Carolin, dpa - Fotos: dpa

Geändert am 26. Januar 2000 12:42 von sab
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