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Handball-EM in Kroatien: Brand & Co. droht das frühe AusVerletzungspech und RatlosigkeitZagreb - Die erste Bestandsaufnahme der angeschlagenen deutschen Handballer fiel ernüchternd aus. Nach zwei herben und größtenteils selbst verschuldeten Rückschlägen stand für die Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Kroatien nach den ersten beiden Gruppenspielen nur ein magerer Punkt auf der Habenseite.
Da war der Stoßseufzer von Bundestrainer Heiner Brand nur allzu verständlich: "Bloß gut, dass wir uns hier nicht mehr für Olympia qualifizieren müssen." Beim 24:24 gegen die Ukraine und dem 20:21 gegen Olympiasieger Kroatien setzte sich eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen fort, die bereits in der EM-Vorbereitung begonnen hatte. Zum Verletzungspech gesellten sich nach anfänglichen Schwächen in der Einstellung verworfene Siebenmeter en masse und ein unnötiger Wechselfehler. Siegchance vergebenZweimal wurde so die Siegchance in der Schlussphase leichtfertig vergeben. Statt den Grundstock für die erhoffte Halbfinalteilnahme zu legen, ging es vor dem Umzug nach Rjieka und dem anschließenden Ruhetag zunächst um Schadensbegrenzung. Das Minimalziel (Platz fünf) stand schon früh auf dem Spiel.
Brand verbreitet Zuversicht"Es ist sicher nicht einfach, aber eine Mannschaft mit Charakter steckt sowas weg", sagte Brand, der um Zuversicht bemüht war. Dabei war der Weltmeister von 1978 vor allem nach der schlechten Leistung zum Auftakt am Freitag gegen die Ukraine, als selbst ein Vier-Tore-Rückstand (22:18) zwölf Minuten vor dem Ende nicht zum Sieg reichte, erheblich frustriert. Stephans Form steigt anNach der Niederlage gegen Kroatien zog Brand dagegen fast nur positive Schlüsse: "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat hervorragend gekämpft und gespielt." Eine Erklärung für die hohe Fehlerquote hatte keiner. "Wirklich zu erklären ist sowas nicht. Es passiert einfach", meinte Daniel Stephan (Lemgo), dessen Form nach einer Operation an der Wurfhand zwar ansteigend, aber noch zu schwankend war. Entscheidendes Tor fiel vier Sekunden vor dem EndeGegen Kroatien wurden zudem nicht weniger als fünf Siebenmeter verworfen. Kurz vor Ende handelte sich die deutsche Mannschaft nach einem Wechselfehler zwischen Volker Zerbe und Jörn Schläger zusätzlich eine unötige Zeitstrafe ein. In Unterzahl kassierte man vier Sekunden vor dem Abpfiff den entscheidenden Treffer von Zoran Mikulic. "Eigentlich gibt es klare Absprachen, aber in einer hektischen Schlussphase kommt sowas schon mal vor", meinte Brand. Leistungsträger sind verletztEs sprach für Brand und seine Recken, dass sich keiner auf die personelle Misere berief, obwohl durchaus Grund dafür besteht. Nach der Absage von Bogdan Wenta (Achillessehnenoperation) folgte in der Vorbereitung der Ausfall von Christian Schwarzer (Bänderriss). In Stephan (Handoperation), Markus Baur (Wadenzerrung), Frank von Behren (Grippe und Bänderdehnung) und Zerbe (verschleppte Bronchitis) ist zudem beinahe der gesamte Rückraum angeschlagen. Brand: "Wir versuchen, das Beste daraus zu machen." Stephan, der beim Gewinn der EM-Bronze 1998 in Italien als bester Spieler ausgezeichnet worden war, versprach für den weiteren EM-Verlauf: "Wir werden alles auf die Platte legen, was in uns steckt." Torwart Jan Holpert, der nach einer Weltklasseleistung gegen Krotien den Tränen nahe war, erklärte: "So kann es ja nicht weitergehen." Von Mark Mittasch, sid - Fotos: AP, dpa
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| Geändert am 23. Januar 2000 15:06 von sab | ||||||||||