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Fall Baumann: DLV-Präsidium beantragt Dopingsperre

Jetzt sind die Juristen am Zug

Darmstadt - Dieter Baumann steht nach dem Antrag des Präsidiums des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) auf eine zweijährige Dopingsperre vor seinem Karriereende und kann sich nur noch an den Strohhalm Staatsanwaltschaft klammern.

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Sieht sich weiterhin als Opfer: Dieter Baumann.

"Es kann zwei oder drei Monate dauern, bis der Rechtsausschuss entscheidet. Deshalb hat der DLV heute letztendlich Baumanns Karriereende beschlossen", kritisierte dessen Anwalt Michael Lehner die 9:1-Entscheidung des Gremiums, die Suspendierung aufrechtzuerhalten, und drohte mit einer zweistelligen Millionenklage: "Der DLV hat die Schadensersatzuhr zum Ticken gebracht." Baumann selbst sieht sich als Opfer "eines langfristig und gezielt geplanten Anschlags" und kündigte an: "Ich werde und kann eine Sperre nicht akzeptieren." Unter Sportlern und Sportfunktionären stieß das Vorgehen des Verbandes jedoch auf Verständnis.

DLV-Rechtsausschuss muss entscheiden

"Das Präsidium hat auf der Basis des Untersuchungsberichts der Anti-Doping-Kommission den dringenden Tatverdacht für einen Dopingverstoß gegenüber Dieter Baumann festgestellt", gab Präsident Helmut Digel am Samstag nach der zweistündigen Sitzung in der DLV- Geschäftsstelle in Darmstadt bekannt und berief sich dabei auf die beiden positiven Dopingproben des deutschen Rekordhalters vom 19. Oktober und 12. November. Der Antrag auf Sperre geht nun an den unabhängigen Rechtsausschuss. Der Vorsitzende Wolfgang Schoeppe (Ansbach) wird zusammen mit zwei Beisitzern eine Kammer bilden, der keine zeitlichen Fristen für weitere Untersuchungen gesetzt sind.

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Baumann: "Das ist der falsche Weg."

"Große Betroffenheit"

"Der Gang vor den Rechtsausschuss ist der falsche Weg", urteilte der enttäuschte Baumann. Dem DLV wirft er vor, ihn nun in eine juristische Auseinandersetzung zu zwingen. "Und das mit Personen, mit denen ich gemeinsam aus tiefster Überzeugung für einen sauberen Sport geworben und gearbeitet habe." Bis auf eine Person hatte von den zehn Präsidiumsmitgliedern bei der geheimen Abstimmung keiner Gnade mit dem langjährigen Vorzeigeathleten gekannt. "Es wurde sehr ausführlich, aus einer großen Betroffenheit heraus diskutiert", sagte Digel. Die mögliche Schadensersatzforderung kam ebenfalls zur Sprache. "Ich habe die Mitglieder darauf hingeweisen, dass sie dieses Risiko mittragen müssen", berichtete der DLV-Präsident. Die Tatsache, dass der Verband allein diese Verantwortung trage und keine nationale oder internationale Dachorganisation, "können wir auf Dauer aber nicht akzeptieren".

Bislang keine Hinweise auf "Mister X"

Für die Funktionäre gab es keinen Nachweis, dass es tatsächlich die Verwendung der Zahnpasta war, die zu den erhöhten Nandrolonwerten in Baumanns Urin geführt hat. Ebenso fehlte ihnen der Beweis, dass ein "Mister X" die Paste manipuliert hat. Inzwischen ist in zwei Tuben im Hause Baumann Spuren des verbotenen anabolen Steroids 19- Norandrostendion gefunden worden. Der 34-Jährige hat Anzeige wegen Körperverletzung gegen Unbekannt gestellt und 100.000 Mark Belohnung für die Ergreifung des Täters ausgesetzt.

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Geändert am 23. Januar 2000 13:46 von sab
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