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Donnerstag, 11. März 10
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Beim Polit-Chat standen Sabine Bätzing und Julia Klöckner Rede und Antwort: Die große Koalition im virtuellen Raum geprobt Rheinland-Pfalz - Sie könnten Freundinnen sein. Wären die Haare der einen gelockter, sähen sie sich sogar ähnlich. Sie fahren dasselbe Auto und sind beide Anfang 30. Sabine Bätzing von der SPD und Julia Klöckner von der CDU kämpften gestern an derselben Front. Beim Polit-Chat unserer Zeitung und RZ-Online rangen die beiden Bundestagskandidaten der großen Parteien im virtuellen Raum, vor allem um die jungen Stimmen. In Rekordtempo eilen Sabine Bätzings Finger über die Tastatur. Die junge SPD-Politikerin schickt schon kurz nach dem Start erste Antworten ins Netz. Vor allem „VoteCduCsUFdp” will es wissen und löchert die Sozialdemokratin mit Fragen zur Gesundheitsreform, Rente und zum Bürokratieabbau. „Kai Lösbach” ist schon seit zehn vor sieben online: „Frau Bätzing ist mir gestern bei Hamm-Sieg in ihrem roten Beetle entgegengekommen und hat anstatt auf den Verkehr zu achten, in den Spiegel geschaut”, hackt der Chatter in die Tastatur. Jetzt weiß es jeder. Bätzing lacht: „Na, zum Glück hat er nicht gesehen, dass ich am Steuer telefoniert habe”, meint sie. Einige Minuten später stürmt auch Julia Klöckner in die Online-Redaktion. „Grüß dich Sabine”, ruft sie ihrer Polit-Kollegin entgegen. Schnell muss es jetzt gehen. Doch die Finger wollen nicht immer so, wie sie. Sie sucht die passenden Buchstaben und schaut konzentriert auf den Monitor. Die Unterstützer schlafen nicht Die CDU-Unterstützer schlafen nicht. So schreibt Soeren: „julia-waehlen.de” Endlich auch die erste richtige Frage an die CDU-Kandidatin. Carolin ist Studentin und will etwas über Studiengebühren wissen. Klöckner erläutert ihr Modell: „Studiengebühren ja, aber abbezahlen erst nach zehn Jahren im festen Job”. Langsam wird es eng im virtuellen Plauderraum. Rund 40 Chatter sind online. Sie nennen sich Carolin, egha, Nuppes, AufwärtsmitDeutschland oder ungewollt_Kinder. Klöckner dreht sich zu ihrer Kollegin um. „Wie gehen wir denn mit dem Thema Nachwahl um?”, „Soll jetzt ausgezählt werden”, erwidert die Sozialdemokratin. Die Frauen sind sich einig. Statt purem Konkurrenzdenken ist freundliches Miteinander angesagt. Die Damen sind betont sachlich und hart in der Sache, aber freundlich im Ton. Ein Chatter fragt, auf welche Unterstüzungsleistungen er bei einem ausbildungsbedingten Umzug nach München hoffen kann. Julia Klöckner wendet sich halb im Ernst, halb im Spaß an ihre Kollegin von der SPD: „Sabine, was haben wir denn vor mit Auszubildenden, die nach München ziehen?” Zeichnen sich da erste Anzeichen einer Großen Koalition nach der Wahl ab? Zumindest im Chat beharren beide Damen darauf, dass der Pakt der Volksparteien ihnen eher unliebsam ist. Ausgerechnet ein Gerd fragt Bätzing, ob sie eine rot-rot-grüne Koalition für möglich hält. Die energische wie klare Absage an den Pakt mit der Linkspartei folgt prompt. Weg mit den Fledermäusen! Nichts bringt die beiden aus der Ruhe. Weder Fragen wie zum Bundeswehreinsatz im Inneren, noch zum Beitritt der Türkei in die EU, zu Paul Kirchhof oder zum Flughafen Hahn, dessen Ausbau pausierte, weil Umweltschützer die Mopsfledermaus gefährdet sahen. Was sie davon hält, macht Klöckner unmissverständlich klar: „Von den Fledermäusen erwarte ich auch eine gewisse Mobilität.” awa/tf (RZ); Foto: Carsten Luther (RZ) • „Gerhard, bleibt doch noch!” - Bericht über den 1. Polit-Chat am 5. September
http://rhein-zeitung.de/news/wahl2005/politchat/politchat2.html |
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