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Bad Kreuznach: Buden-Romantik auf dem Nikolausmarkt
Mit dem vorweihnachtlichen Rummel in den Geschäften hat der Nikolausmarkt wenig gemeinsam. Zwischen Holzspielzeug, Gewürzkuchen und geschmückten Tannen kommen vor allem heimelig-romantische Weihnachtsgefühle auf. Der Eiermarkt verwandelt sich mit dem Nikolausmarkt in einen Platz der vorweihnachtlichen Düfte und Gefühle. Urwüchsiges hat Vorzug vor allem modernen Trubel vor dem großen Fest. In den Holzbuden werden Spielsachen angeboten, die sich heute kaum ein Kind zu Weihnachten wünscht, hier aber bewundernde Blicke auf sich ziehen: Pinocchios in Holzstühlen und handbemalte Figuren.
Die Temperaturen fühlen sich inzwischen frostig genug an für den ersten Glühwein, heißen Apfelsaft oder "Weihnachtstraum." In den Buden frieren auch die Händler. Rolf Gattung verkauft Kerzen aus Bretzenheim in allen Größen und Farben . Er macht schon seit zehn Jahren beim Nikolausmarkt mit, "aber nur weil es Spaß macht." Viel Geld verdiene er hier nicht. "Ich will den Markt unterstützen, weil ich die Idee toll finde", sagt Gattung. Außerdem trifft er viele Bekannte. "Die Waffeln schmecken hier am besten" Bekanntes suchen hier auch Monika Mayer und ihre Mutter Christel. Sie sind in Bad Kreuznach geboren, wohnen inzwischen aber in Münster-Sarmsheim und kommen immer wieder, "wenn in Kreuznach was Besonderes ist", erklärt Monika Mayer. Sie genießen Waffeln mit heißem Kaffee. "Die Waffeln schmecken hier am besten", sagt Christel Mayer. Sie ist ein echtes Christkind auf dem Nikolausmarkt: Am 25. Dezember feiert sie ihren 95. Geburtstag. Markus (7), Jonas (3) und Marvin (7) haben es eilig. Sie finden hier "einfach alles toll" und wollen möglichst schnell auch alles sehen. Beim Markt hat sie die Weihnachts-Vorfreude gepackt. Bald kommt wenigstens der Nikolaus. Große Ähnlichkeit mit dem Mann, auf den am 6. Dezember alle Kinder warten, hat Eberhard Greulich. Er verkauft am Stand von Neuruppin "Ruppiner Klosterlikör" und verteilt Info-Material über die Partnerstadt. Mit seinem langen, grauen Bart und einer Mönchskutte verkörpert er Pater Wichmann, der 1246 das erste Dominikanerkloster in Neuruppin gründete. Am Stand kommt er mit vielen Bad Kreuznachern ins Gespräch. "Die dann hoffentlich Neuruppin besuchen", sagt er. Auch an der Bude der Partnerstadt Bourg-en-Bresse herrscht Betrieb. Mit der Kommunikation ist es schwierig, weil Virginie Vernier als einzige am Stand deutsch spricht. Aber die mitgebrachte Wurst-Käse-Kreation "Der Bresson" der Landwirtschaftsschule der Stadt kommt auch ohne lange Diskussionen ziemlich gut an.
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